Rund jeder fünfte Haushalt in Österreich benötigt Gas zum Kochen, Duschen und Heizen. Der Energieträger war erst knapp, nun sind die Speicher gut gefüllt - für diesen Winter zumindest. Aber auch in anderen europäischen Ländern wird aufgeatmet. Im Schnitt waren die Gasspeicher der EU im Oktober mehr als 92 Prozent gefüllt. Täglich fließt neues Gas in die Speicher. Eine Übersicht zu den aktuellen Speicherständen gibt es in der folgenden Grafik. Sie aktualisiert sich automatisch mit Daten der Gas Infrastructure Europe (GIE).

Zu Beginn des Krieges in der Ukraine war Österreich zu fast 80 Prozent von russischem Gas abhängig. Innerhalb weniger Monate konnte der Import-Anteil auf 21 Prozent gesenkt werden. Das russische Gas konnte durch Gas aus Norwegen, Flüssiggas (LNG) und zu einem geringen Teil aus Nordafrika und Zentralasien ersetzt werden.

Doch wem gehört das Gas in den Speichern überhaupt? Die Bundesregierung hat 20 TWh als strategische Reserve angelegt. Der Großteil befindet sich in heimischen Speichern. Ein kleiner Teil, 0,54 TWh, lagert in einem slowakischen Speicher. Immunisierte Mengen habe Unternehmen eingespeichert, falls es zu einer Energielenkung kommt. Diese Maßnahme kommt zum Einsatz, wenn nicht alle Verbraucher mit Energie versorgt werden können. Krankenhäuser, kritische Infrastruktur und die Privathaushalte sollen vorrangig mit Strom und Gas versorgt werden.

Österreich hat zwischen 2017 und 2021 im jährlichen Durchschnitt rund 95 Terawattstunden Gas verbraucht. Im Gegensatz zum Gasverbrauch nach Sektoren (siehe Tortengrafik) ist dabei auch noch der Gasverbrauch für die Produktion von Strom und Fernwärme mitberücksichtigt.

Rund 63 Terawattstunden entfallen auf die Heizperiode von Oktober bis inklusive März. Die Daten werden jeweils am Ende des Monats für den Vormonat aktualisiert.

55 Prozent des Gasverbrauchs entfällt auf den produzierenden Bereich. Die Herstellung von Stahl, Glas oder auch Kunstdünger ist sehr energieintensiv und auf fossile Brennstoffe angewiesen. Ein Drittel des Gases verbrauchen die Haushalte, die mit Gas heizen und kochen.

Der Gaspreis stieg im Sommer in lichte Höhen – kurzfristig auf knapp 350 Euro pro Megawattstunde. Inzwischen ist der Preis wieder stark gefallen, aber immer noch sehr hoch im Vergleich zu vor dem Krieg in der Ukraine. Die Grafik zeigt den Day-Ahead-Preis an der Central European Gas Hub in Wien.

weiterführende Links:

Österreichs Infoportal zur Energiesituation (Website des BMK)

Energie-Daten für Österreich (Dashboard von BOKU und Wifo)