Actionfilme kosten immer Geld. Setzen Sie Budgetzahlen unter Druck?

Ja, und wie! Für mich ist das nicht leicht. Wir haben ein R-Rating für den Film bekommen, das heißt, alle unter 17 dürfen nur in Begleitung eines Erwachsenen ins Kino. Das ist ein großes Hindernis. Ich hätte fast einen Herzinfarkt gekriegt, als ich das Rating erfahren habe. Überhaupt: Du versuchst, den bestmöglichen Film zu machen, und dann, die Wochen vor dem Release, sitzt du da und wetzt nervös hin und her, fragst dich, ob die Leute den Film überhaupt sehen wollen, beobachtest, welche anderen Filme in dem Zeitraum anlaufen und wie sie beim Publikum ankommen. Da kommt man ins Schwitzen. Es quälen dich Existenzfragen: Werde ich je wieder Arbeit haben? Denn in Hollywood bist du nur so gut wie dein letzter Film. Wenn du keine guten Zahlen lieferst, bist du draußen. Dann kannst du Independentfilme drehen, aber auch da fragen die Investoren nach deinen letzten Erfolgen.

Und dann erst der Konkurrenzkampf...

Es ist schwer, sich gegen "Mission: Impossible" zu behaupten. Die hatten 200 Millionen Budget, ich hatte 60 Millionen. Beide Filme starten zur gleichen Zeit, und gegen so ein Spektakel hast du keine Chance. Also musst du dir überlegen, wie du den Film positionierst: "Equalizer 2" ist mehr ein intimer Actionfilm, bei dem die Figuren und ihre Entwicklung mehr zählen als die Action.

Sie könnten es ja auch mit der europäischen Methode versuchen und einen kleinen Film für vier Millionen Dollar drehen. Wäre das nichts?

Oh ja, das könnte ich! Wir sitzen hier in einem wunderschönen Hotel hoch über den Dächern von Locarno. Der Blick hinaus sieht fantastisch aus. Ich nenne so etwas "Found Art". Das heißt: Hier musst du keine Kulissen bauen, weil alles schon da ist. Du brauchst nur die Kamera aufzustellen. Das spart natürlich unglaubliche Kosten. Und deshalb könnte man hier auch für wenig Geld eine solche Geschichte drehen. Hollywood ist nicht der einzige Ort, wo man Filme machen kann. Ich habe Filme gesehen, die 30.000 Dollar gekostet haben und mit dem iPhone gedreht wurden - und die sind verdammt gut! Das zeigt, dass man für eine gute Geschichte keine Millionen braucht, sondern nur die Leidenschaft für seine Story und seine Figuren.