"Es ist einer der emotionalsten Filme, die ich jemals gedreht habe", sagt Hugh Jackman. "Wir waren auch bei den Dreharbeiten von dieser Geschichte ganz eingenommen. Es geht um die Liebe zu einander, aber es gibt hier auch den Satz, dass Liebe allein nicht genug ist, um mit einer Herausforderung wie dieser fertig zu werden". 

Die Rede ist von "The Son", der neuen Regiearbeit von Florian Zeller ("The Father"), der in Venedig im Wettbewerb um den Goldenen Löwen antritt. Zeller adaptierte sein gleichnamiges Bühnenstück über den 17-jährigen Nicholas (Zen McGrath), der an schweren Depressionen leidet, seit sich sein Vater Peter (Hugh Jackman) von seiner Mutter Kate (Laura Dern) getrennt hat, um mit der jüngeren Beth (Vanessa Kirby) zusammenzuleben. Ein kleiner Sohn, Nicholas’ Halbbruder, ist kürzlich zur Welt gekommen, was nicht gerade zum Seelenheil des Teenagers beiträgt. Das Wissen um eine Schusswaffe in der Wohnung von Peter und Beth trägt ihr Übriges zur angespannten Stimmung in "The Son" bei; als Nicholas nach einem Zusammenbruch in der Psychiatrie landet, scheint die Situation zu eskalieren. 

Der Cast rund um Regisseur Florian Zeller (2.v.r.). 
- © Katharina Sartena

Der Cast rund um Regisseur Florian Zeller (2.v.r.).

- © Katharina Sartena

"Der Film zeigt, wie wichtig soziale Kontakte und der Dialog untereinander sind", sagt Hugh Jackman. "Es gib in unserer Gesellschaft ein enormes Bedürfnis danach, miteinander zu reden". Etwas, was gerade in Zeiten der Pandemie in den letzten beiden Jahren stark vernachlässigt wurde. "Ich denke, viele, viele Jahre lang bestand die Aufgabe als Eltern darin, stark und zuverlässig und nie besorgt zu wirken, und ich möchte mein Kind nicht belasten, aber seit diesem Film habe ich meine Herangehensweise sicherlich geändert", so Jackman.

"Ich teile meine eigenen Schwachstellen und Unsicherheiten heute oft mit meinen fast erwachsenen Kindern und ich sehe ihre Erleichterung, wenn ich das tue. Hoffentlich regt der Film also zu Gesprächen an und erinnert uns daran, dass wir alle im selben Boot sitzen. Die psychische Gesundheit ist überall auf der Welt in der Krise. Niemand ist dagegen immun".

"The Son" wurde am Lido mit zehn Minuten stehenden Ovationen gefeiert, die Kritiker hingegen geben dem Film nicht einhellig gute Rezensionen. Zeller inszeniert seine Geschichte über weite Strecken allzu vorhersehbar, und auch Jackman ist in der Rolle des überforderten Vaters, nun ja, überfordert. "The Son" ist aber dennoch dramatisches Schauspielerkino, das Zeller solide inszeniert hat.