Alpbach. Alle wollen das große Geld, setzen aber nur kleine Zeichen. Das ist die Bilanz der diesjährigen Technologiegespräche in Alpbach, die weitgehend im Problembewusstsein verhaftet blieben.

"Mehr Schulden auf Kosten der nächsten Generation können nicht gemacht werden", warnte Veit Sorger, Präsident der Industriellenvereinigung, am Freitag vor Journalisten. Um den aufgestauten Schuldenberg abzubauen, müsse die Forschungsstrategie der Regierung umgesetzt werden, die ein "Meilenstein" sei. Der Industrielle Hannes Androsch, Präsident des Forschungsrats, betonte allerdings, dass das darin enthaltene Ziel, bis 2020 in das Spitzenfeld der Forschungsnationen aufzusteigen, zwar "sehr ambitioniert" sei, aber "mit mathematischer Sicherheit nicht zu erreichen sein wird".

Dennoch wollten sich beide nicht im großen Stil verpflichten. Die Industrie sei zwar "immer bereit, Forschung und Universitäten zu fördern. Ein "generelles in die Pflicht nehmen" wehrte Sorger angesichts der Steuerbelastung aber ab, eine Steuererhöhung überhaupt. Androsch und Sorger forderten, dass "der Staat seine Verpflichtungen wahrnimmt". Eine Strukturreform bei den Universitäten sei notwendig: Keinem dürfe aufgrund fehlender finanzieller Mittel ein Studium verwehrt bleiben. Dafür sollen Stipendien garantieren.

In Österreich werde zwar ein Schwerpunkt auf die Forschung gesetzt, nicht aber auf die Umsetzung in Produkte. Spin-offs, die ein Produkt auf den Markt bringen, hätten es meist schwer, eine Grundfinanzierung aufzustellen. Hier müsse es zu einer "Mentalitätsänderung" kommen.

Der Lücke nimmt sich seit Ende Juni tech2b an, eine Initiative des Infrastrukturministeriums und des Landes Oberösterreich. Unternehmensgründungen aus dem akademischen Sektor werden dabei gefördert und ein neues Betreuungsprogramm geschaffen.

Während bisher Unternehmen von der Idee weg bis zur Gründung einer GmbH begleitet und dann in die Eigenständigkeit entlassen wurden, soll die neue Version des Programms Jungunternehmer beim Markteintritt und in der Wachstumsphase unterstützen. "Dabei wird ihnen unter anderem bei der Suche nach Vertriebswegen, Anschlussfinanzierungen und der Produktionspartnern geholfen", erklärt Markus Costabiei, Geschäftsführer von tech2b.