McCosker: Unter den Genfer Konventionen und auch im internationalen Recht ist es ganz klar ein Kriegsverbrechen einen Arzt oder eine Krankenstation zu attackieren. Das Problem betrifft aber nicht nur die juristische Seite. Es gibt die eine Lösung dafür nicht und jeder muss seine Rolle dabei spielen, Staaten, Organisationen, die Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung, Journalisten und die Zivilgesellschaft.

Setzen sich Nationalstaaten für den Schutz von medizinischem Personal ein?

McCosker: Staaten zeigen ein sehr starkes Interesse. Auf der internationalen Konferenz unserer Organisation 2011 haben alle Staaten, die die Genfer Konventionen ratifiziert haben - und das sind fast alle Staaten der Welt - teilgenommen. Wir haben eine Resolution verabschiedet, die sich speziell mit dieser Sache beschäftigt und die Staaten haben einstimmig beschlossen, dass der Schutz von Ärzten und Krankenpflegern gestärkt werden muss. Wir haben auch gesehen, wie Staaten dieses Thema vor die Vereinten Nationen gebracht haben, weitreichende Resolutionen wurden dort erzielt und es wurde auch im Sicherheitsrat besprochen. Es ist also definitiv etwas, das auch Staaten wichtig ist.