Die EU-Wahlen auszulassen, kommt für Theresia Mörwald und Simon Schneider nicht in Frage. Sie sind 16 Jahre alt; die Wahl zum EU-Parlament im Mai 2019 ist die erste politische Wahl, bei der die beiden Schüler der HTL Krems ihre Stimme abgeben können.

Theresia Mörwald, 16, HTL Krems, Krems: "Die EU ist wichtig, weil wir als Gemeinschaft unterschiedlicher Länder mehr erreichen können als ein Land allein."
Theresia Mörwald, 16, HTL Krems, Krems: "Die EU ist wichtig, weil wir als Gemeinschaft unterschiedlicher Länder mehr erreichen können als ein Land allein."

"Man trägt immer zum Wahlergebnis bei - auch wenn man seine Stimme nicht abgibt. Dann bekommt man ein Ergebnis, das man vielleicht nicht will", argumentiert Theresia. "Ich gehe auf jeden Fall wählen", sagt ihr Schulkollege Simon. Er ergänzt:  "Es ist super, dass es bei der Future Challenge diesmal darum geht, wie man Bürger zur Wahl bringt."

Werbevideo zur EU-Wahl

Theresia Mörwald und Simon Schneider werden auch bei der Future Challenge der "Wiener Zeitung" mitmachen. In diesem Jahr geht es um das Thema "Europa". Die Schüler sollen ein Video drehen, das andere Jugendliche dazu bringt, an den Wahlen zum EU-Parlament teilzunehmen.

Diese Future Challenge ist die dritte der "Wiener Zeitung". Der jährliche Videowettbewerb ist für Schüler ab der 8. Schulstufe und Lehrlinge gedacht, die zu einem bestimmten Thema ein kurzes Video drehen. Die drei besten Videos werden durch Voting auf YouTube und eine Fachjury ermittelt und ausgezeichnet. Die "Wiener Zeitung" vergibt außerdem den Special Award der Redaktion.

Nach den Themen "Flucht" und "Leben 2030" geht es diesmal unter dem Titel "#europa4me" um die Europäische Union: Im Mai 2019 stehen die EU-Wahlen an, und die Schüler sollen einen Werbespot drehen, der andere junge Menschen motiviert, ihre Stimme abzugeben.

Simon Schneider, 16, HTL Krems, Krems: "Europa bedeutet, in Krisen zusammenzuhalten, auch wenn die vielen Länder verschiedene Ziele haben und es schwer ist, sich zu einigen."
Simon Schneider, 16, HTL Krems, Krems: "Europa bedeutet, in Krisen zusammenzuhalten, auch wenn die vielen Länder verschiedene Ziele haben und es schwer ist, sich zu einigen."

In Österreich betrug die Wahlbeteiligung bei der vergangenen EU-Wahl lediglich 45,4 Prozent. "Wir glauben, dass das Interesse an der EU steigt, wenn man sich mit ihr auseinandersetzt. Dazu möchten wir den Schülern und Schülerinnen eine kreative Gelegenheit geben und zeigen, dass es sich lohnt, sich in den politischen Diskurs einzubringen", sagt Martin Fleischhacker, Geschäftsführer der "Wiener Zeitung".

Europa anschaulich machen

Lisa Graf unterrichtet die Klasse von Theresia und Simon an der HTL Krems in Deutsch. Sie hat insgesamt vier Klassen zur diesjährigen Future Challenge angemeldet und ist schon zum zweiten Mal bei dem Videowettbewerb dabei.

Lisa Graf wird "natürlich" zur Wahl gehen. "Ich finde das Thema der Future Challenge absolut wichtig und zeitgemäß", sagt die Deutschlehrerin. Ich hoffe, dass die EU durch die Arbeit an den Videos interessanter für die Jugendlichen wird und es gelingt, die EU in ihre Lebenswelt zu holen", meint sie.

Philipp Wagner, 19, HAK 10, Wien: "Wahlen sind sinnlos, wenn niemand wählt. Man sollte jede Chance zur Mitsprache nutzen. Es ist ein Privileg, dass wir in der EU in Freiheit und Demokratie leben."
Philipp Wagner, 19, HAK 10, Wien: "Wahlen sind sinnlos, wenn niemand wählt. Man sollte jede Chance zur Mitsprache nutzen. Es ist ein Privileg, dass wir in der EU in Freiheit und Demokratie leben."

Jugendliche wie Philipp Wagner müssen von der Relevanz der EU nicht erst überzeugt werden. Die EU, meint der 19-Jährige, habe unter anderem ein Kommunikationsproblem: "Konflikte, ihre Prävention und ihre Lösung sind wichtig. Die EU sollte mehr wie eine Mediatorin auftreten, sodass die Mitgliedsländer dieselbe Chance bekommen, gehört zu werden." Philipp besucht die BHAK 10 in Wien, eine Schule, die sich intensiv darum bemüht, die EU für ihre Schüler erlebbar zu machen: Abschlussklassen besuchen Straßburg oder Brüssel; die Schule ist Teil des Netzwerks "Europa in der Schule" und nimmt am Erasmus-Programm teil; sie unterstützt die Aktion "Diesmal wähle ich" und organisiert Veranstaltungen, bei denen die Schüler direkt in Kontakt mit EU-Parlamentariern und EU-Funktionsträgern kommen.