Greta Thunberg am 18. April bei ihrer Rede vor dem Senat in Rom: Eine Schülerbewegung sei die von der schwedischen Schülerin angestoßene Bewegung "Fridays for Future" noch nicht, meint Schulleiter Jörg Hopfgartner. Aber es sei wichtig, den Beitrag der Jugendlichen ernst zu nehmen. - © Reuters/Remo Casilli
Greta Thunberg am 18. April bei ihrer Rede vor dem Senat in Rom: Eine Schülerbewegung sei die von der schwedischen Schülerin angestoßene Bewegung "Fridays for Future" noch nicht, meint Schulleiter Jörg Hopfgartner. Aber es sei wichtig, den Beitrag der Jugendlichen ernst zu nehmen. - © Reuters/Remo Casilli

Wien. Jörg Hopfgartner ist der Schulleiter der Bundeshandelsakademie und Bundeshandelsschule Wien 10 (BHAK Wien 10). Seine Schule ist Teil des Netzwerks "EUropa in der Schule" und hat mit mehreren Schülergruppen am österreichweiten Videowettbewerb der "Wiener Zeitung" unter dem Titel Future Challenge #europa4me teilgenommen. Die Schüler hatten die Aufgabe, in kurzen Videos darzustellen, warum es sich lohnt, zur EU-Wahl am 26. Mai zu gehen. Insgesamt 74 Videos haben uns erreicht. Bis zum 12. Mai haben Sie noch Gelegenheit, mit darüber zu entscheiden, welches der Videos auf die Shortlist für die Jury der Future Challenge kommen soll.

Sie finden alle Videos unter: www.youtube.com/wienerzeitung. Jörg Hopfgartner haben wir
gefragt, warum sich Schüler überhaupt für Politik und für die EU
interessieren sollten.

"Wiener Zeitung":In den letzten Monaten hat sich mit "Fridays for
Future" eine regelrechte Schülerbewegung formiert. Muss die Schule das unterstützen?

Jörg Hopfgartner: Es gibt oft den Vorwurf, Jugendliche seien nicht engagiert. Es ist absolut begrüßenswert, dass sich junge Menschen für etwas engagieren und dafür eintreten. Es gibt sicher den Widerspruch zum Schulunterrichtsgesetz und die klare Dienstanweisung des Bildungsministeriums, diese Fehlstunden nicht zu entschuldigen. Es ist unsere
Aufgabe als Schule, einen guten Ausgleich zu finden. Wir müssen Lösungen finden, die es den Schülern ermöglichen, sich politisch zu engagieren und ihre Pflichten zu erfüllen. Den Freitag als Demonstrationstag im Unterricht zu haben, halte ich für falsch, aber ich glaube, es gibt nicht nur null und eins. Wir müssen dieses Denken in Gegensätzen überwinden und Lösungen finden, die beides ermöglichen.

Handelt es sich bei Fridays for Future schon um eine Schülerbewegung?

Für eine echte Bewegung fehlt mir im Moment noch die Themenvielfalt. Das kann aber noch kommen. Wir haben jetzt im Moment die Möglichkeit, die gesellschaftlich wertvollen Meinungen von Schülern und Schülerinnen zu hören. Ich erinnere mich an die Übergabe der Petition von Volksschülern an den Infrastrukturminister Norbert Hofer für den Abbiegeassistenten für Lkw. Schüler überlegen sich etwas und erheben ihre Stimme. Das sind wertvolle Beiträge, wir brauchen als Gesellschaft das politische Engagement von Schülern.

Ihre Schule hat mit mehreren Schülergruppen an der Future Challenge zum Thema Europa teilgenommen. Ihre Schule ist auch Teil des Netzwerks "EUropa in der Schule". Warum ist Europa so wichtig an Ihrer Schule?