Es geht los: Sogar die Elbphilharmonie in Hamburg wurde zu einem Wahllokal für die Wahlen zum EU-Parlament umfunktioniert. Beim Videowettbewerb Future Challenge #europa4me haben 74 Schülergruppen aus ganz Österreich in kurzen Videos gezeigt, warum sie zur Wahl gehen. Zehn dieser Videos haben es im öffentlichen Voting auf Youtube auf die Shortlist geschafft. Am 6. Juni werden die drei besten Videos der Jurywertung und der Favorit der Redaktion bei einer feierlichen Gala in Wien ausgezeichnet. - © APAweb / dpa Felix König
Es geht los: Sogar die Elbphilharmonie in Hamburg wurde zu einem Wahllokal für die Wahlen zum EU-Parlament umfunktioniert. Beim Videowettbewerb Future Challenge #europa4me haben 74 Schülergruppen aus ganz Österreich in kurzen Videos gezeigt, warum sie zur Wahl gehen. Zehn dieser Videos haben es im öffentlichen Voting auf Youtube auf die Shortlist geschafft. Am 6. Juni werden die drei besten Videos der Jurywertung und der Favorit der Redaktion bei einer feierlichen Gala in Wien ausgezeichnet. Alle Videos sind unter www.youtube.com/wienerzeitung zu sehen. - © APAweb / dpa Felix König

"In einhundert Jahren wird man sich nicht an mich erinnern. Aber an die Folgen meiner Entscheidungen, an die wird man sich erinnern." So lautet das starke Schlussstatement des Videos "Get ready for...", das eine Projektgruppe der Klasse 6a des BRG Innsbruck zur Future Challenge #europa4me eingereicht hat. Es ist eines von zehn Videos, die es ins Finale des diesjährigen Videowettbewerbs der "Wiener Zeitung" geschafft haben. "Wir haben nach einer Message gesucht, die auch uns überzeugen würde, zur EU-Wahl zu gehen", sagt Laura Unterweger, die Teil des Projektteams war. "Wir haben lange diskutiert, bis wir schließlich gesehen haben, dass es genau darum geht, dass Entscheidungen Folgen haben. Nicht nur die, zur Wahl zu gehen, sondern auch die alltäglichen Entscheidungen - ob man mit dem Rad zur Schule fährt oder mit dem Auto usw."

Der Videowettbewerb zum Thema EU ist die dritte Future Challenge der "Wiener Zeitung". Schüler und Lehrlinge aus ganz Österreich im Alter zwischen 16 und 20 haben insgesamt 74 Kurzvideos eingereicht. Sie hatten die Aufgabe, in einem kurzen Video andere davon zu überzeugen, zur EU-Wahl zu gehen. Nun ist das öffentliche Voting auf YouTube abgeschlossen und die Finalisten stehen fest. Aus dieser Shortlist wird eine Jury bis zum 22. Mai 2019 die drei besten Videos auswählen. Der Jury gehören Alexander Eppler, Bildungsbeauftragter der Wirtschaftskammer Wien; der Filmemacher Paul Poet; Marijana Stoisits, Leiterin der Vienna Film Commission; und Benedikt Weingartner, Gründer der Plattform Europa:Dialog an.

"Europa" kommt gut an

Die 74 Videos zeigen, dass "Europa" ein Thema ist, das jungen Menschen am Herzen liegt: "Die Idee Europa kommt bei den Schülern sehr gut an", sagt auch Roman Spiss. Er unterrichtet die Klasse 6a des BRG Innsbruck, die insgesamt drei Videos zum Wettbewerb eingereicht hat. Alle drei Arbeiten haben es auf die Shortlist geschafft. "Der projektbezogene Zugang ermöglicht es den Schülern, sich kreativ mit dem Thema auseinanderzusetzen", sagt Spiss.

Die Idee teilzunehmen kam von einem Schüler, Benedikt Papst. "Wir haben diskutiert und Themen gesucht, zu denen wir einen persönlichen Bezug haben, wie etwa das Recht zu demonstrieren", berichtet der 16-Jährige, der auch der Klassensprecher der 6a ist. Seine Filmgruppe erörtert entlang der Themen Umwelt-, Migration- und Reisefreiheit, welche Bedeutung die EU hat.

Was wäre, wenn wir die EU nicht mehr hätten? Für das Team von "Mission Impossible" bildete diese Frage den Ausgangspunkt. "Wir haben das frühere Europa der Nationalstaaten mit geschlossenen Grenzen dem offenen gemeinsamen Europa gegenübergestellt, weil wir zeigen wollen, dass wir große Probleme als vereinigtes Europa lösen müssen. Lösungen, die nur auf nationalstaatlicher Ebene stattfinden, können in der Zukunft nicht produktiv sein", erklärt Schüler Josef Seiwald.

Hindernisse überwinden

Der Weg zum guten Video war nicht ohne Herausforderungen, etwa bei Ton und Schnitt: "Der Ton war kompliziert, weil die Kamera zwar sehr gut war, aber das eingebaute Mikrofon nicht für draußen geeignet. Wir mussten ein externes Mikrofon verwenden und später Bild und Ton synchronisieren", berichtet Benedikt Papst von der Arbeit an "Deine Stimme für die Zukunft Europas".

Roman Spiss ist stolz auf seine Schüler. "Man könnte Politische Bildung ruhig mit mindestens einer Stunde mehr und einer entsprechenden inhaltlichen Stärkung im Lehrplan verankern", sagt er. "In dem Bereich müsste es meiner Meinung nach mehr Projekte geben und weniger einen klassischen Frontalunterricht im Sinne einer Institutionenkunde. Bei Projekten wie diesem lernen die Schüler auch, wie man sich vernetzt und andere für seine Anliegen gewinnt."