Launige Keynote: Bildungsminister Heinz Faßmann bei der Gala zur Future Challenge. - © Simon Rainsborough
Launige Keynote: Bildungsminister Heinz Faßmann bei der Gala zur Future Challenge. - © Simon Rainsborough

Wien. "Haben Sie Wirtschaftsgeografie als Fach?" Bildungsminister Heinz Faßmann fragt freundlich in die Runde. Die anwesenden Schüler müssen lachen. Auch sie wissen, dass ihr Bildungsminister Geograf ist. "Tolles Fach", schickt er noch hinterher und erntet erneute Lacher.

Bei seiner Keynote zum Auftakt der Abschlussgala der Future Challenge hatte Heinz Faßmann oft die Lacher auf seiner Seite. "Sie schauen schon auf die Uhr? Ich bin erst am Beginn." Er vermochte immer wieder aus dem selbstverfassten Script auszubrechen. "Ich denke selbst darüber nach, was ich sagen möchte." Das jugendliche Publikum im Saal des Naturhistorischen Museums war amüsiert und fühlte sich während der Keynote sichtlich gut unterhalten.

Doch Heinz Faßmann flocht auch ernstere Töne ein. Er schloss an das Plädoyer für Eigenverantwortung an, das sich als Reaktion auf die kritischen Videobeiträge wie ein roter Faden durch viele Kommentare des Abends zog. "Sie müssen die Veränderungen gestalten", sagte der Bildungsminister seinen jungen Zuhörern. "Sie sind die Generation, die von den Entwicklungen heute am meisten betroffen sein wird."

Herausforderungen 2030

Kann es objektive Herausforderungen geben? Der Geograf Heinz Faßmann musste diese Idee verwerfen: Herausforderungen sind für alle Menschen unterschiedlich. "Was für mich eine Challenge ist, ist für Sie vermutlich nichts Besonderes." Eine wissenschaftliche bzw. für alle Menschen verbindliche Definition der kommenden Herausforderungen ausschließend, holte er zu den von den Vereinten Nationen formulierten Nachhaltigkeitszielen aus. "Wie geht man mit wachsender Bevölkerung um, das ist schon eine Herausforderung, der wir uns stellen müssen. Oder auch mit der Chancengleichheit, was Bildung betrifft. Die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, die Sie ja kennen werden, sind also durchaus ein Anhaltspunkt, wenn man verstehen will, was heute globale Herausforderungen sind." Doch Faßmann wollte das Thema Challenges auf Konkreteres herunterbrechen.

EU-Ratspräsidentschaft

Die bevorstehende EU-Ratspräsidentschaft Österreichs und die Neuverhandlung des EU-Forschungsrahmenprogramms zum Anlass nehmend, stellte er schließlich drei Herausforderungen in den Vordergrund: Gesundheit, Sicherheit und Digitale Technologien. "Wir werden 2030 in einer immer älter werdenden Gesellschaft leben, mit entsprechenden neuen Bedürfnissen an die Medizin und die Pflege. Cybersicherheit ist ein großes Thema in der vernetzten Gesellschaft ebenso wie Zuwanderung und die Chancen wie Risiken der Industrie 4.0. Es ist eine ordentliche Umwälzung im Gange."

Seine Botschaft: "Liebe Schülerinnen und Schüler, lernen Sie, mit Veränderungen umzugehen, denn sie sind die einzige Konstante von Gegenwart und Zukunft."