Ein blaues Auge, eine gebrochene Rippe, Agitationen auf offener Straße - die Aktionen des 2006 gegründeten Wiener Theaterkollektivs God’s Enterainment geraten häufig etwas brachial. Ihre jüngste Arbeit, "Tarzan", eine szenische Auseinandersetzung mit dem zigfach verfilmten Dschungel-Helden, die nun im Rahmen von Impulstanz uraufgeführt wurde, fällt da aus dem Rahmen. In der Zacherlfabrik, einem pittoresk verfallenen Veranstaltungsort in Döbling, geht es nämlich äußerst gediegen zu.

Die Zuschauer nehmen im Garten Platz, werden mit Sandwiches und Gin Tonic versorgt und schauen gut 20 Minuten einem Badmintonspiel zu. Der Clou der Sache: Die Schläger sind verkabelt und das Ballspiel sorgt für einen eigenwilligen Sound. Höhepunkt der Tea-Party ist ein gemeinsames Teeritual. Angeleitet von einem Conférencier atmet man Angst aus und trinkt sich Mut an.

Von der Teejause geht es direttissima in den Dschungel. Die Besucher werden in eine mit Palmen dekorierte Fabrikhalle gelotst. Aus der launigen Performance wird nun eine eher starre Installation - mit platten Pointen (ein weißer Akteur im weißen Anzug wird als "perfect human being" adressiert) und gewitzten Details (Akteure verkleiden sich als Tarzan-Darsteller und imitieren Filmposen). Der enorme Ausstattungsaufwand vermag dennoch nicht zu verhindern, dass die Aufführung an Dynamik verliert und zerfranst. Die künstlerische Absicht bleibt nebulös.