Es ist ein scheinbarer Kampf der Anziehung und Abstoßung, die Performer versuchen, einander in den Bewegungen zu manipulieren: Da werden Tanzpartner am Genick genommen und in die Luft gehoben (natürlich springt der Betroffene gleichzeitig vom Boden ab), Arme geführt, Körper im Weiterspringen mit beiden Händen abgewehrt. Kraftvoll, energiegeladen, scheinbar brutal zu anderen Tanzpartnern, aber auch nicht gerade zimperlich zu sich selbst, ist wohl die Beschreibung der performativen Qualitäten, die Wim Vandekeybus den Darstellern seiner Kompagnie Ultima Vez abverlangt - und das nun schon seit 35 Jahren. Anlässlich dieses Jubiläums wurde Vandekeybus‘ "Scattered Memories" beim zurzeit stattfindenden Impulstanz-Festival am Donnerstag uraufgeführt.

Und wie schon der Titel der Performance es erahnen lässt, werden großteils Erinnerungen an Stücke, aneinandergereihte Szenen einer Revue gleich, in rasantem Tempo gezeigt. 24 Tänzerinnen und Tänzer wechseln zwischen jeder erdenklichen Formation im Vandekeybus-Universum aus Tanz, Musik und seinen unverwechselbaren Videoprojektionen. Schade ist nur, dass auch im Programmheft keinerlei Zusatzinformationen in Bezug auf die Wahl der Ausschnitte zu finden ist. Manche Zusammenhänge bleiben somit kryptisch.