Screenshot der Aufführung von "Dead1" in Tokyo, 2008 (Video siehe  Artikelende).  - © Screenshot
Screenshot der Aufführung von "Dead1" in Tokyo, 2008 (Video siehe  Artikelende).  - © Screenshot

Ko Murobushi ist kein Freund von Dogmen. Auch nicht im Tanz. Dessen Definition fordert er in "Dead1" heraus. Wie kopflose Wesen stehen drei Männer da, kerzengerade, Füße nach oben, das Körpergewicht ruht auf den Schultern, die Köpfe wie unsichtbar. Sie verharren regungslos während Jimi Hendrixs "Purple Haze" durch das Akademietheater dröhnt. Als sie in Zeitlupe die Beine hinter die Köpfe und die Hände gekrümmt vom Körper bewegen,sehen ihre silbergeschminkten Körper aus wie groteske Wesen. Langsam ziehen sie Arme und Beine zusammen, nur mehr der Rumpf ist sichtbar. Später mühen sie sich ab, sich aufzurichten, zu gehen. Doch die Gravität ist schonungslos.

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"Dead1" ist die eindrucksvollste Darbietung des Abends, vor allem wegen der angespannten Bewegungen in minimalistischer Langsamkeit. Das Vokabular von Butoh schöpft Murobushi dann im zweiten Teil des Abends aus, in "Enthusiastic Dance On The Grave". Allerdings kann das Quintett Kraft, Genauigkeit und Intensität nicht immer halten. In mehreren Szenen zittern und beben die in weißen T-Shirts und Shorts Tanzenden, sie krümmen und winden sich. Verzerrte Blicke, verkrampfte Finger und Zehen: Hiroshima in den Körpern eingeschrieben. Oder, wie es in "Purple Haze" heißt: "Is it tomorrow or just the end of time?"