Das Licht geht aus, auf der Bühne erscheint schemenhaft ein Tänzer, seine Hände zittern. Ein Schnarren ist zu hören, ein Schnurren und Miauen. Die Zuschauer blicken sich suchend um. Singend nähert sich eine Geigerin der Bühne. Jetzt ist der Tänzer zu sehen, im knielangen Nachthemd und mit weißem Vollbart.

Die Tschechin Iva Bittová dominiert die Performance mit ihrem Können als Violinistin und Vokalistin. Mit dem Venezolaner David Zambrano bildet sie in "Why not!" eine kleine europäisch-lateinamerikanische Spaßgesellschaft und zeigt, dass Improvisation auch auf einer großen Bühne funktioniert.

Zambrano tanzt und unterrichtet seit mehr als 20 Jahren, er hat das "flying low" erfunden, jene Technik, die es Performern erlaubt, sich schnell und scheinbar mühelos auf den Boden fallen zu lassen, ohne sich zu verletzen. Davon ist wenig zu sehen. Aufrecht und dramatisch bewegt er sich wie ein Torero, ein Derwisch, ein Flamenco-Tänzer während Iva Bittová ihn begleitet oder führt. Sie geigt, kratzt an der Rückseite ihres Instruments, schreit und erkundet noch viele andere Möglichkeiten, die ihr die Geige und ihre Stimme bieten. Kurze Pause. "Let me catch my breath", singt Zambrano und wickelt sich seinen verschwitzten Turban um den Kopf, nachdem er ihn vor den Zuschauern der ersten Reihe geschwenkt hat.

Dann wird sein Tanz leichtfüßiger, spielerischer. Die Performance endet ohne roten Faden, ohne Aussage. Zambrano intoniert mit persiflierter Opernstimme: "No sé que mas decir". Ich weiß nicht, was ich noch sagen soll.

Performance

Why not!

David Zambrano/Iva Bittová

Volkstheater/Impulstanz-Festival