"Wenn man eine Ausstellung mit dem Titel ,Mein Körper ist das Ereignis - Wiener Aktionismus und internationale Performance‘ direkt vor der Nase hat, dann klingeln da ganz viele Glocken", sagt Christine Standfest, die Kuratorin der "Redefining Action(ism)"-Programmschiene im Mumok des zurzeit stattfindenden Impulstanz-Festivals. Gezeigt werden bis 14. August Performances von 14 Tanzschaffenden in den Ausstellungsräumen - zum Teil während der Öffnungszeiten. "Es sind im Wesentlichen Performer, bis auf die junge Portugiesin Ana Rita Teodoro, die eine Nah-Verbindung zum Festival haben", so Standfest im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Das wichtigste Auswahlkriterium war für die Kuratorin Performer zu wählen, die künstlerische Interessen und Praktiken entwickelt haben, die stark von Körperkunst geprägt sind. "Und dass sie sich auch an einem Ausstellungskontext bedienen können und Interesse finden." Auf dem Programm stehen wenige adaptierte Bühnenstücke, fast alle Performances entstehen nun im Mumok.

Alternde Künstlerkörper

Darunter etwa Miguel Guiterrez: "Ich habe ihn letztes Jahr in New York gesehen und fand es spannend, wie er sich mit dem alternden Künstlerkörper beschäftigt. Ich finde es sehr charmant, dass Günter Brus kommen wird. Ich erzählte ihm, dass es hier einen amerikanischen Künstler gibt, der sich mit dem Titel "Fuckmegunterbrusbrusguntermefuck" seiner Arbeit widmet. Brus fand das sehr amüsant." Inzwischen mussten schon Zusatzvorstellungen anberaumt werden. "Und Ana Rita Teodoro ist eine junge Tänzerin und Choreografin aus Portugal, die sich mit körperlichen Transformationen auseinandersetzt", so die Kuratorin.

Ferner steht auch der Performer Keith Hennessy auf dem Programm, der "aktivistisch sehr stark politisiert und Fragen über Gemeinschaft stellt, die er in der Ausstellung und vor allem in den thematisierten Zeitraum aufnimmt".

Was das Publikum zu erwarten hat? "Wenn ich das Wort Überraschung jetzt sage, dann ist es nicht kokett gemeint. Weil es mir ja genauso geht." Die Kuratorin freut sich auf die Begegnung der Künstler mit den Positionen der Kunstgeschichte. Was ist denn noch ein Körper? Welche Form von Gemeinschaften wollen wir heute leben? Wo ist die Grenze zur Gewalt? Gibt es diese Geste der Provokation noch? Diese Fragen werden "kreativ, spannend und lebhaft aktualisiert". "Damit beschäftigt sich etwa auch Christine Gaigg. Sie ist eine der Wiener Choreografinnen, für welche die Wiener Aktionisten für ihre Auseinandersetzung mit Choreografie relevant sind. Wie wir allerdings mit dem zahlreichen Publikum umgehen werden, wird eine Improvisation."