Es ist der erste und der dritte Teil ihrer "Boom Bodies"-Trilogie, die Doris Uhlich zu einem Abend zusammenfasst. Im Rahmen des Impulstanz-Festivals wird "Seismic Night" im Odeon zur beat-lastigen Hommage an Mensch und Maschine - in Überlänge.

Techno mit Rüttelmaschine

Es soll eine Neubearbeitung von "Universal Dancer" (2014) und "Ravemaschine" (2016) sein, doch es scheint mehr eine Aneinanderreihung: Uhlichs Pas de deux mit einer durch den Raum wandernden Rüttelmaschine bringt ihr Fleisch ins Wogen. Wenn der Technobeat anschwillt, werden auch ihre Bewegungen, ihr Tanz ausladender und intensiver. Rund 40 Minuten lang.

Dann fährt Performer Michael Turinsky mit seinem Rollstuhl auf die Bühne und auch sein Körper wird vom Rave, der Techno-Musik und der Rüttelmaschine übernommen. Uhlich und Turinsky spiegeln ihre Grooves, rütteln sich und tanzen bis zur Ekstase und den eigenen körperlichen Grenzen. Turinsky demoliert in orangenen Handschuhen einen Rollstuhl, Uhlich stapft in pinken Plateauschuhen über die Bühne.

Die Intensität der beiden Stücke jedoch einzeln performt, ist mit dieser Verknüpfung verloren gegangen. Zuvor bei Uhlich nie empfundene Längen machen sich breit, der Blick auf die Uhr folgt. Denn in 105 Minuten zerfranst sich die Performance in wiederholende Momente und Moves, die aber in den Stücken einzeln betrachtet, Zitate der anderen Teile der Trilogie sind.