Es gilt Regeln zu befolgen, ehe Einlass in den zweiten Stock des Mumok gewährt wird: Kommen und Gehen ist zwar erlaubt, die Taschen sind jedoch abzugeben, die Lifte nicht zu benutzen und unter keinen Umständen solle man die Wände berühren. Das sei alleine dem Künstler vorbehalten. Der Künstler, das ist der Choreograf und Tänzer Philipp Gehmacher. Rund vier Stunden dauerte die Uraufführung der Impulstanz-Version von "Die Dinge der Welt", mit der er am Wochenende auf die große Einzelausstellung "rumors and murmurs" des in New York lebenden, österreichischen Konzeptkünstlers Martin Beck traf.

Sprache und Bewegung

"Gemurmel" und Gehmacher - das passt. Nicht zuletzt, weil er schon seit Jahren verbale Äußerungen in seine physische Darstellung integriert hat. Und so ist es zwar auch die gestische Performance, die den Ausstellungsrundgang zu etwas Besonderem macht. Der Einblick in die Gedankenwelt des Philipp Gehmacher ist es jedoch, der diesen Abend erst komplettiert. Er bezieht die Ausstellungsstücke mit ein, erklärt und benennt ihren objektiven Wert, ehe er sie subjektiv beurteilt und seine höchstpersönlichen Gefühle und Gedanken zum Ausdruck bringt. In seinen Monologen spricht er über alltägliche, über abstrakte, analoge, digitale, über lebendige und über tote Dinge. Nachdenklich und fast ein wenig schüchtern teilt er sich mit, tritt aber mit einer überraschenden Bestimmtheit hinsichtlich seiner - oftmals überraschend humorvollen - Meinung über die Dinge auf, die für ihn die Welt ausmachen.