Das neue iPhone ist etwas kleiner als das Vorgängermodell. Foto: dpa
Das neue iPhone ist etwas kleiner als das Vorgängermodell. Foto: dpa

Möglicherweise bezieht sich seine Aussage jedoch gar nicht auf die durchaus edle Gestalt des Geräts, sondern auf die optischen Eigenschaften. Das Display des Telefons bietet die vierfache Auflösung. Was auf Technosprech 960 x 640 Pixel bei einem Kontrastverhältnis von 800:1 lautet, ergibt in der Praxis ein gestochen scharfes Bild, in dem keine einzelnen Pixel mehr zu erkennen sind. Apple spricht werbewirksam von einem "Retina Display".

Eine zweite Kamera auf der Bildschirm-Seite ermöglicht Videochats, die Hauptkamera fotografiert nun mit fünf Megapixel statt mit drei wie bisher. Das ist zwar um einiges weniger als bei der Konkurrenz, dafür sorgen ein LED-Blitz und ein Leuchtsensor dafür, dass auch in dunklen Umgebungen gute Fotos gelingen. Fokussiert wird, indem man den Bildschirm an der gewünschten Stelle antippt, - eine Funktion, die man sich bei der guten alten Leica gewünscht hätte.

Nebenbei ist das iPhone natürlich auch ein Telefon und bietet als solches Quadband-Zugang. Das heißt, es funktioniert sowohl in den amerikanischen Netzen mit 850 und 1900 MHz wie in den europäischen und asiatischen mit 900 und 1800 MHz.

Eine Akkuladung reicht laut offiziellen Angaben für sieben Stunden Telefonieren oder sechs Stunden Surfen mit 3G oder 300 Stunden im Standbymodus. Etwas enttäuschend ist das Speichervolumen. Angeboten werden, wie schon bei Model 3GS, zwei Varianten mit 16 und 32 GB Speicher. Wer eine umfangreiche Musik- oder Videosammlung mitnehmen möchte, muss daher auch in Zukunft zusätzlich einen MP3 Player einstecken.

In den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Japan ist iPhone 4 ab 24. Juni erhältlich. Österreichische Interessenten müssen sich bis Ende Juli gedulden.

Kostenloses System

Apple hat aber auch an jene gedacht, die bereits ein iPhone besitzen. Mit der Version 4 des Betriebssystems können die Smartphones endlich, was auf jedem PC selbstverständlich ist: mehrere Aufgaben gleichzeitig bewältigen.

Doch nicht nur durch Multitasking wird das iPhone einem Computer ähnlicher. Die neu eingeführten Ordner erlauben das Anlegen einer vertraute Struktur auf dem Mobiltelefon. Und wie am Desktoprechner kann man sich nun eine zentrale Mailbox mit Korrespondenzen aus diversen Mailkonten einrichten.

Ein Dienst an der geplagten Menschheit könnte die integrierte Rechtschreibprüfung werden. Sie muss freilich beim Verfassen von Notizen oder Mail auch eingesetzt werden. Vielschreiber werden sich über die Möglichkeit freuen, mit einer regulären Tastatur über eine Bluetooth-Verbindung Texte zu verfassen.

Wer das iPhone zum Musikhören nutzt, kann nach dem Update auch unterwegs Listen erstellen. Bislang musste man auf dem heimischen Computer planen, was man wie unterwegs sich anhören möchte.

Schließlich ist ein E-Book-Reader namens iBooks nun Bestandteil des Systems. Entsprechende Lösungen gab es bereits seit längerem kostenlos im App Store.

Das iOS 4 gibt es ab dem 21. Juni für die iPhone-Ausgaben 4, 3GS und 3G sowie den iPod Touch der zweiten und dritten Generation. Zum Unterschied vom letzten Update ist die Version kostenlos.