Unterschiedliche Ästhetik, gleiche Wirkungsweise: Keepass auf dem iPhone (MiniKeePass), unter Windows und Windows Mobile (7Pass). - © Screenshots
Unterschiedliche Ästhetik, gleiche Wirkungsweise: Keepass auf dem iPhone (MiniKeePass), unter Windows und Windows Mobile (7Pass). - © Screenshots

Bankomatkarte, Kreditkarte, Zugang für das private und das berufliche Mailkonto, Logins für Facebook, Twitter, Xing, eBay und, und, und... Nur Gedächtnisgenies können sich heute noch all ihre Zugangscodes merken. Die Nachfrage nach Passwortspeichern ist entsprechend groß, vor allem dann, wenn sie plattformübergreifend angelegt sind und somit den mobilen Zugang ermöglichen.

Zu den bekanntesten Lösungen gehört 1Password, die allerdings nicht wirklich billig ist. Jeweils 50 $ kostet die Version für Windows und Mac, fürs iPhone/iPad kommen nochmals 15 $ dazu. Die Androidausgabe ist kostenlos weil eine Beta, die keine Daten speichern kann. Linux wird nicht unterstützt. Wer seine Codes auf allen Geräten verwalten möchte, legt dafür also runde 92 Euro ab.

Das ist durchaus günstig im Vergleich zu den Problemen in der Folge von gehackten Accounts und Identitätsdiebstahl, aber es geht auch wesentlich günstiger. KeePass ist ein Speicher aus der Open Source-Gemeinde und dementsprechend breit verfügbar: Neben Mac und Windows ab Win 98 wird Linux /BSD unterstützt. Durch Weiterentwicklung in der Community gibt es auch Versionen für iOS (iPhone/iPad), Windows Phone 7, Android, Palm OS, BlackBerry, J2ME sowie für neuere Speicherstrukturen wie Parted Magic oder U3. Mit KeeFox kann man die Passwörter direkt an den Browser übergeben (und wesentlich sicherer verwalten als mit den eigebauten Speichern).

Wie bei Kennwortdatenbanken üblich benötigt das Programm zunächst ein Master Password. Dafür kann man zwar einen Kennwortgenerator anwerfen, ob man sich dessen Ergebnis dann auch merkt, ist allerdings eine andere Frage. Ein Begriff, den man sich nicht aufschreiben muss, ist wohl die bessere Lösung.

Schließlich kann die Datenbank zusätzlich sie durch eine Schlüsseldatei geschützt werden. Wenn man diese auf einem mobilen Datenträger oder in einem Online-Versteck speichert, ist ein Höchstmaß an Sicherheit erreicht. Da das Keyfile auch ein Bild oder eine Sounddatei sein kann, macht etwa das inmitten von Hunderten Fotos gespeicherte omas75er.jpg durchaus Sinn. MP3-Dateien sollte man lieber nicht nehmen, da nicht wenige Player an den Sounddateien ungefragt Veränderungen vornehmen - und dann geht gar nichts mehr.

Über die Verschlüsselung muss man sich wenig Gedanken machen, solange man nicht auf der Topliste eines Großgeheimdienstes steht. Ausgerüstet mit AES und Twofish, SHA-256 für den Passwort-Hash und ausgeklügelten Maßnahmen gegen Keylogger (Aufzeichnungen der Tastatureingaben) und Wörterbuch-Angriffen lässt das Programm  selbst Supercomputer ermüden lassen.

Das Befüllen der Datenbank ist für den geübten Anwender sehr einfach. Man erzeugt Kategorien und Unterkategorien erzeugen und trägt die zugehörigen Angaben wie Username, Passwort und URL in die entsprechenden Felder ein. In dem Notizenfeld kann man zusätzliche Angaben wie PGP Signaturen aber auch Seriennummern von Geräten speichern, zusätzlich lassen sich Dateien wie ein einer e-Mail als Attachments zuordnen.

USB-Stick als Safe

Wem es zu unsicher ist, die Datenbank über eine Cloud zu verteilen - wo man sie allerdings zusätzlich mit einem anderen Programm verschlüsseln kann - der holt sie sich übers WLAN aufs Smartphone. Oder er verzichtet auf den Komfort und verschiebt die fertige Datenbank auf einen mobilen Datenträger. Denn KeePass läuft auch direkt von einem USB Stick.

Selbstverständlich lassen sich mehrere Datenbanken anlegen, so dass man nicht immer all seine Geheimnisse herumtragen muss. So reicht für unterwegs in den meisten Fällen ein Verzeichnis der wichtigsten Logins, während die Nummer des Bausparvertrages daheim lagert.

KeePass kommuniziert schließlich mit dem Anwender in mehr als 30 Sprachen, kann seine Daten in alle wichtigen Standardformate exportieren (Text, HTML, XML, CSV) und lässt sich mittels Plugins für zahlreiche Spezialaufgaben einsetzen.