Keine Zeit für das Studium

Auch Algen hatte große Hoffnung. Der Flüchtling aus Eritrea lebt seit Dezember 2016 in Malta. Er fand schnell Arbeit in einem Restaurant. 900 Euro hat er im Monat verdient. Teilweise arbeitete er bis zu zwölf Stunden am Tag. "Ich mochte die Arbeit. Aber leider war es nur Teilzeit", sagt Algen. Er machte Überstunden. Es gab Tage, an denen er von 8 Uhr am Morgen bis Mitternacht gearbeitet hatte.

Doch die Arbeit machte ihn krank. Seine Nase entzündete sich chronisch. Er hantierte mit aggressiven Reinigungsmitteln, sagt Algen. Er musste den Job hinschmeißen. Heute arbeitet er in einem Lager als Gabelstaplerfahrer. Er hat keinen richtigen Mietvertrag, nur eine mündliche Abmachung. 600 Euro kostet ihn die Wohnung im Monat - ohne Strom und Wasser.

Doch trotz Job und Wohnung ist Algen deprimiert. "Ich arbeite so viel, aber am Ende des Monats bleibt mir nichts übrig. Du hast keine Chance, dein Leben zu ändern", sagt er enttäuscht. In seiner Heimat hat er einen High-School-Abschluss gemacht. Sein Traum wäre, IT zu studieren. "Doch wie soll das gehen? Wie soll ich die Miete bezahlen, wenn ich zur Schule gehe?"