Washington. Der ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden, Enthüller der Spähprogramme der USA und Großbritanniens, ist nach einem Bericht der Zeitung "South China Morning Post" am Sonntag von Hongkong nach Moskau geflogen. Demnach habe er Hongkong an Bord einer Aeroflot-Maschine verlassen und werde von Moskau zu einem dritten Ziel weiterreisen. Am Freitag hatte die US-Justiz den in Hongkong untergetauchten Snowden offiziell der Spionage beschuldigt und einen Haftbefehl ausgestellt.

Hongkong bestätigte Abreise
Die Regierung in Hongkong erklärte, der 30-jährige frühere Geheimdienstmitarbeiter Snowden habe Hongkong am Sonntag legal verlassen und bestätigte damit einen entsprechenden Pressebericht. Die Landung der Maschine SU213 in Moskau war laut Aeroflot-Flugplan für 15.05 Uhr (MESZ) vorgesehen.

Von dort aus will Snowden laut der Zeitung "South China Morning Post" weiterreisen. Snowden hatte nach bisherigen unbestätigten Informationen auch darüber nachgedacht, Zuflucht in Island oder auch Ecuador zu suchen.

Das Blatt hatte zuvor unter Berufung auf Snowden berichtet, die US-Behörden zapften chinesische Mobilfunkanbieter an und hätten schon Millionen SMS-Daten gesammelt. US-Spione seien überdies ins System der renommierten Tsinghua Universität in Peking eingedrungen, über das ein Großteil der chinesischen Internetkommunikation läuft. Auch der asiatisch-pazifische Glaskabelnetzbetreiber Pacnet sei "gehackt" worden.