Snowden beschrieb ein schier grenzenloses Überwachungsprogramm mit dem Decknamen "Tempora". Von ihm vorgelegte Dokumente sollen beweisen, dass GCHQ sich heimlich Zugang zu mehr als 200 Glasfaserkabeln verschafft hat, über die der weltweite Telekommunikationsstrom läuft.

Ebenfalls unter Berufung auf Snowden berichtete eine Hongkonger Zeitung, die US-Regierung zapfe auch chinesische Mobilfunkanbieter an. Dabei sollen Daten von Millionen SMS gesammelt worden sein. Die Regierung in Peking zeigte sich "ernsthaft besorgt".

Am Freitag hatte die US-Justiz den 30-Jährigen offiziell der Spionage beschuldigt, einen Haftbefehl ausgestellt und die Auslieferung verlangt.

Am Sonntagnachmittag verlautete aus informierten Kreisen in Washington, die USA hätten Snowdens Pass für ungültig erklärt. Eine Sprecherin des US-Außenministeriums, Jen Psaki, bestätigte dies während eines Besuchs von Außenminister John Kerry in Neu Delhi. Dies sei in solchen Fällen eine Routine-Angelegenheit. Snowden müsse an der Weiterreise gehindert werden, sagte sie.