USA forderten Auslieferung
Die US-Regierung hat Russland aufgefordert, den Enthüller des US-Spähprogramms PRISM, Edward Snowden, umgehend auszuliefern. "Wir erwarten, dass die russische Regierung alle verfügbaren Optionen prüft, um Herrn Snowden in die USA zurückzuschicken", teilte das Weiße Haus in Washington am frühen Montag mit. Zwischen den USA und Russland habe es in jüngster Zeit eine "intensivierte Zusammenarbeit" in Fragen der Rechtsstaatlichkeit gegeben, die fortgesetzt werden müsse, appellierte die US-Regierung. Snowden müsse sich "wegen der Verbrechen, derer er beschuldigt wird", der US-Justiz stellen.

Der 30-jährige Snowden hatte das Spähprogramm PRISM aufgedeckt, mit dem der US-Geheimdienst NSA Nutzerdaten großer Internetkonzerne wie Google, Facebook und Microsoft auswertet. Er floh daraufhin in die chinesische Sonderverwaltungszone Hongkong, die er am Sonntag in Richtung Russland wieder verließ. Während seines Aufenthalts an einem Flughafen Scheremetjewo in der Hauptstadt Moskau wurde mitgeteilt, Snowden habe Asyl in Ecuador beantragt. Die US-Regierung, die Snowden der "Spionage" bezichtigt, will seine Weiterreise nun verhindern. Die ecuadorianische Regierung teilte am Montag mit, der Asylantrag werde "mit großer Verantwortung" geprüft.

Der 30-Jährige habe ein Ticket für einen Flug von Moskau nach Havanna gebucht, hieß es aus Kreisen der russischen Fluggesellschaft Aeroflot. Kuba gab an, nichts davon zu wissen.

In Hongkong meldete sich indes ein Anwalt und Abgeordneter zu Wort, der Snowden nach eigenen Angaben betreute. Albert Ho, profilierter Kämpfer für Rechtsstaatlichkeit in China, sagte, Snowden sei vor einigen Tagen von "jemandem, der angab, die Regierung zu vertreten", kontaktiert worden. Es sei nicht eindeutig gewesen, ob die Regierung Hongkongs oder Chinas gemeint gewesen sei. "Ich habe aber Grund zu der Annahme, dass diejenigen, die ihn zur Ausreise aufforderten, Peking repräsentierten", sagte Ho. Snowden wurde demnach aufgefordert, Hongkong unter freiem Geleit zu verlassen.