Im EU-Parlament wird dies offen gefordert. Die "logische Konsequenz" des Spionageskandals wäre der Abbruch der Gespräche über den Handelsvertrag sowie die "sofortige Suspendierung" aller Datenaustauschabkommen, wie es sie etwa im Bankenwesen gibt, ließ der SPÖ-Delegationsleiter Jörg Leichtfried verlauten. Es sei "eine Frage des Mutes", die USA in die Schranken zu weisen. Die Grüne EU-Abgeordnete Ulrike Lunacek plädierte ebenfalls für einen Stopp der Verhandlungen und sprach sich für die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses aus.

Schon früher gab es im EU-Parlament den Ruf nach einer Verknüpfung der wirtschaftlichen Gespräche mit jenen über striktere Vorschriften für den Datenschutz. Im Kabinett von Handelskommissar Karel De Gucht wird dies anders gesehen. Es seien unterschiedliche Angelegenheiten, heißt es in der Abteilung, die bei den Handelsverhandlungen mit Washington federführend ist. Denn für die Regelungen zur Weitergabe von Informationen sei das Büro von Justizkommissarin Reding zuständig. In dem Mandat selbst, das De Gucht von den EU-Staaten für die Wirtschaftsgespräche mit den USA erhalten hat, soll das Wort "Datenschutz" nicht einmal erwähnt sein.