Quito/Washington/London. Die ecuadorianische Botschaft in London, wo der Gründer des Enthüllungsportals Wikileaks, Julian Assange, Asyl fand, ist nach Angaben der Regierung in Quito abgehört worden. "In den Büros" von Botschafterin Ana Alban sei "ein verstecktes Mikrofon gefunden worden", sagte Außenminister Ricardo Patino am Dienstag in Quito. Die Wanze sei bei einer Überprüfung der Räumlichkeiten vor seinem Besuch in Großbritannien Mitte Juni entdeckt worden.

  Am Dienstag habe er Angaben darüber erhalten, wer hinter der Abhöraktion stecken könnte, sagte Patino weiter. Genaueres wolle er am Mittwoch mitteilen. Es sei offensichtlich nicht der Fall, dass die Aktion etwas mit dem flüchtigen früheren US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden zu tun habe. "Ich glaube, dass der Ursprung ein anderer ist", sagte Patino.

  In Ecuadors Londoner Botschaft harrt der Australier Assange seit rund einem Jahr aus, um einer Auslieferung nach Schweden zu entgehen. Die ihm dort zur Last gelegten Sexualdelikte nennt der 41-Jährige vorgeschoben. Er fürchtet, letztlich an die USA ausgeliefert zu werden. Dort droht Assange wegen Geheimnisverrats eine lebenslange Haftstrafe.