Morales befand sich am Freitagabend nach einer weiteren Zwischenlandung auf den Kanarischen Inseln auf dem Heimflug nach Bolivien.

Ungereimtheiten bezüglich Überflugrechte

Zuvor war Morales 13 Stunden in Wien festgesessen. Der Grund für den Zwangstopp von Boliviens Präsident Evo Morales in Wien soll gewesen sein, dass Italien, Frankreich, Portugal und Spanien die Überflugrechte verweigerten. Doch noch immer ist unklar, ob es diese Luftraumsperren überhaupt gegeben hat und falls ja, wer sie verhängt hat, schreibt "Spiegel Online".

Spanien wies den Vorwurf der bolivianischen Regierung zurück, der Maschine die Überflugrechte verweigert zu haben. Madrid habe dem bolivianischen Staatschef bereits am Dienstagabend die Erlaubnis zu einer Zwischenlandung auf Gran Canaria erteilt, sagte Außenminister José Manuel García-Margallo am Mittwoch in Madrid. "Wenn es zu Schwierigkeiten kam, lag das daran, dass andere Länder die Überflugrechte verweigert haben."

Auch ein Sprecher des französischen Außenministeriums sagte, es sei eine Genehmigung erteilt worden. Weitere Details nannte er allerdings nicht. Nach bolivianischer Darstellung hatte Frankreich der Maschine in letzter Minute den Überflug verweigert. Daher habe das Flugzeug mit Morales an Bord umkehren und in Wien landen müssen.

Italien schweigt

Der Fraktionsführer der italienischen Links-Partei SEL, Arturo Scotto, forderte Italiens Außenministerin Emma Bonino laut italienischer Nachrichtenagentur ANSA auf, zur der "äußerst schwerwiegenden Episode" um die bolivianische Präsidentenmaschine Stellung zu nehmen. Er wünsche sich, dass Italien nicht in eine derartige Verletzung internationaler Konventionen verwickelt sei, erklärte Scotto. Bonino hat sich in der Affäre um den Morales-Stopp in Wien bisher nicht geäußert.

Das portugiesische Außenministerium erklärte in einem Kommunique, man habe der Maschine des bolivianischen Präsidenten "zu jeder Zeit" den Überflug gestattet. Man habe ihr lediglich einen Tankstopp in Lissabon aus technischen Gründen verweigert, hieß es nach Angaben der spanischen Nachrichtenagentur EFE. Genauere Angaben zu den "technischen Gründen" machte das Außenministerium nicht.

Morales wollte auf seinem Rückflug von einer Konferenz gasproduzierender Länder in Moskau einen Tankstopp in Lissabon einlegen. Nach der Weigerung Portugals wurde Spanien ersucht, auf den Kanarischen Inseln eine Zwischenlandung zu erlauben.