Es bedarf neuer Regelungen
Den weltpolitischen Aspekt in der aktuellen Debatte in Deutschland skizzierte der grüne Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele, der als Mitglied des Parlamentarischen Kontrollgremiums (PKG) die Arbeit der Geheimdienste mitüberwacht. Er verlangte von der deutschen Bundesregierung in der Causa zu handeln, "und zwar sofort, um die aktuellen Spähaktionen ausländischer Geheimdienste" zu stoppen. Die noch bestehenden Vereinbarungen aus der Zeit des Kalten Krieges müssten "gekündigt oder entsprechend geändert und dieses Scheunentor geschlossen" werden.

Aber zurück zum großen Datenhaufen der NSA. Würde es nun jemandem in den Sinn kommen, die fünf Zettabyte an Daten auszudrucken, würde dies nicht nur den weltweiten Baumbestand der Welt akut gefährden, sondern auch 42 Billionen Aktenschränke füllen (siehe Grafik). Und würde man diese Aktenschränke aneinander gereiht aufstellen, so bedeckt dies eine Fläche in der Größenordnung von ganz Europa, des Nahen Ostens und Russlands bis zum Ural.

Die riesigen Datenmengen verstehen
Wie schwer solche Datenmengen im digitalen Zeitalter für den Menschen zu fassen sind, zeigte der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck in einem Fernsehinterview. Angesprochen auf den PRISM-Skandal meinte Gauck: "Wir wissen, dass es nicht so ist wie bei der Stasi und dem KGB, dass es dicke Aktenbände gibt, in denen unsere Gesprächsinhalte alle aufgeschrieben und schön abgeheftet sind. Das ist es nicht." Dieser Stasi-Vergleich sorgte in Deutschland für eine große Debatte. Natürlich kann man die NSA nicht ernsthaft mit der Stasi, ihren Methoden und den Folgen für den Einzelnen, vergleichen, wohl aber die Datenmengen, um so das gesamte  Ausmaß zu erfassen.

In der 40-jährigen Geschichte sammelte der gesamte Spionageapparat der Stasi Dokumente die 48.000 Aktenschränke füllen. Während der DDR-Geheimdienst dafür eine Stellfläche von nur 0,019 Quadratkilometer benötigt hätte - etwa doppelt so viel wie die Rasenfläche des Wiener Praterstadions, würde das NSA-Material, gesammelt in weniger als 7 Jahren, ganz Europa zudecken.  Fest steht, dass man im 21. Jahrhundert keine Aktenschränke mehr braucht, um Tonnen von Papier zu sammeln, es reichen große Festplatten.