Die EU-Kommission plant aber auch weitere Reformen. So stellte Reding im Justiz- und Innenministerrat Mitte Juli das sogenannte Safe-Harbour-Abkommen (Sicherer Hafen) mit den USA infrage, das Grundlage des Datenaustausches von Unternehmen in den EU mit den USA ist. Sie argumentiert, dass in den USA rechtsverbindliche Datenschutzstandards fehlten und EU-Bürger in den USA auch nicht juristisch gegen den Missbrauch ihrer übermittelten Daten vorgehen könnten. Die USA seien deshalb kein Land, das einen "adäquaten", mit der EU vergleichbaren Standard liefere. Vor einem Monat regte ihre Kollegin Cecilia Malmström an, auch die Datenschutzregeln für den transatlantischen Austausch von Bank- und Fluggastdaten zu prüfen.

EU-Kommissarin Reding verhandelt seit mehr als drei Jahren zudem ein Rahmenabkommen mit den USA für den Bereich der Strafverfolgung. Denn auch hier fehlt eine Rechtsvereinbarung, wie Betroffene im Falle eines Strafverfahrens aufgrund übermittelter Daten vorgehen können. Betroffenen Amerikanern steht der Rechtsweg in der EU offen, während Europäer in den USA nicht klagen können. Wollen US-Behörden Zugriff auf Daten von EU-Bürgern haben, müssten die USA zudem den Weg über das 2010 geschlossene Rechtshilfeabkommen mit der EU gehen statt sich direkt an Unternehmen zu wenden.