Big Data versucht nicht, einem Rechner "beizubringen" wie ein Mensch zu "denken". Vielmehr geht es um die mathematische Verarbeitung riesiger Datenmengen zur Gewinnung von Wahrscheinlichkeiten: der Wahrscheinlichkeit, dass eine E-Mail Spam ist, dass die eingetippte Zeichenfolge "dei" in Wirklichkeit "die" lauten soll, dass Weg und Geschwindigkeit eines Passanten, der die Straße überquert, keine Gefahr bedeuten und das selbstgesteuerte Auto nur leicht bremsen muss. Wesentlich ist, dass alle diese Systeme ihre Vorhersagen auf der Grundlage ungeheuer großer Datenmengen machen. Außerdem sind sie so konzipiert, dass sie sich immer weiter selbst verbessern, indem sie darauf achten, welche Eingaben und Datenmuster zu den besten Vorhersagen führen.

In Zukunft - und zwar schneller, als wir glauben - werden viele Elemente unserer Lebenswelt, die bis jetzt der menschlichen Beurteilung unterliegen, durch Computersysteme ergänzt oder ersetzt werden, nicht nur Autofahren oder Partnervermittlung, sondern auch viel komplexere Abläufe. Amazon kann schon heute das passende Buch empfehlen, Google die am ehesten relevante Webseite und LinkedIn kann sagen, wen wir kennen. Dieselben Technologien werden bald auf die Diagnose von Krankheiten, die Empfehlung von Therapien und womöglich sogar auf die Identifikation von "Kriminellen" angewandt werden, bevor sie ein Verbrechen begehen. Genau wie das Internet die Welt radikal verändert hat, indem es dem Computer das Kommunizieren ermöglichte, wird auch Big Data das Leben fundamental verändern, indem es eine völlig neue quantitative Dimension hervorbringt.