Was wäre ein Smartphone ohne Apps? Die kleinen Programme, die so viel Spaß und Nutzen bringen, sind untrennbar mit den mobilen Begleitern verbunden. Doch neben all den Möglichkeiten, die sie bringen, steht auch fest, dass Handys ohne Apps auf jeden Fall weniger große Datenkraken wären.

Wie die deutsche Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) nun ermittelt hat, sammeln die Dienstprogramme fleißig Daten ein, saugen Informationen auf und machen damit, was sie wollen. Oft nicht nachvollziehbar für die AnwenderInnen und auch nicht zu stoppen. Insgesamt 50 Apps für iOS und Android wurden von den VerbraucherschützerInnen analysiert. Das Ergebnis liegt nun als Studie vor und ist wenig schmeichelhaft für die Anbieter.

Kein Kontakt erwünscht
Was die VerbraucherschützerInnen besonders kritisieren ist, dass die KonsumentInnen so gut wie gar nicht mit den Entwicklern und Anbietern in Kontakt treten können. Nachfragen zum Thema Datenschutz oder Zugriffsberechtigungen kann man zwar haben, aber stellen kann man sie niemandem. Wer es doch versucht, erhält in vielen Fällen keine Antwort.

Zu viele unnötige Berechtigungen stellen das Hauptproblem für die UserInnen dar. Viele Apps wollen viele Rechte, die sie aber gar nicht für ihre Aufgaben - nicht einmal im weitesten Sinne - benötigen würden. Warum muss ein einfacher Taschenrechner Zugriff auf Kontakte haben? Darf mein Telefonbuch auslesen oder Netzwerkeinstellungen ändern?

Selbst wenn Kontaktmöglichkeiten angegeben sind, helfen sie meist nicht weiter. In Apples iTunes Store fanden die TesterInnen vor dem Herunterladen einer App keine direkten Kontaktmöglichkeiten für VerbraucherInnen, sondern lediglich den Namen des Anbieters oder eine Webseite. Bei Googles Play Store gibt es zwar immerhin überwiegend verlinkte E-Mail-Adressen, aber auch diese führen meist nicht weiter. Im Test wurden 43 im Play Store gefundene Kontaktadressen angeschrieben, von 25 Anbietern gab es gar keine Reaktion. 10 Anbieter sendeten automatisierte, meist englischsprachige Anwortmails und vier Entwickler vertrösteten per Autoreply auf eine spätere Antwort. Nur vier Firmen beziehungsweise Entwickler schickten mehr oder weniger zufriedenstellende Antworten.

Prüfen, bevor man sich bindet
Die deutschen Verbraucherschützer empfehlen, dass man als AnwenderIn immer kritisch prüfen sollte, welche Rechte sich Apps herausnehmen. Allzu neugierige Anwendungen sollte man erst gar nicht installieren. Immerhin könnte es so von VerbraucherInnenseite zu einem Druck auf Entwickler kommen, um entsprechende Vorgehensweisen einzuschränken.