Boston/Berlin. Bei dem Hacker-Angriff auf Ebay wurden nach Angaben des Online-Händlers 145 Millionen Datensätze ausgespäht. Damit ist dies einer der größten Fälle von Datenklau überhaupt. Zwischen Ende Februar und Anfang März hätten sich die Diebe den Zugang verschafft und einen großen Teil der Informationen kopiert, teilte das US-Unternehmen mit. Dazu gehörten persönliche Kundendaten wie Namen, verschlüsselte Passwörter, Email-Adressen, Geburtstage, Adressen und Telefonnummern, nicht aber Finanzinformationen etwa von Kreditkarten. Der Hacker-Angriff sei Anfang Mai entdeckt worden. Daraufhin seien sofort Sicherheitsexperten und Juristen eingeschaltet worden.

Das Unternehmen empfahl den Kunden, umgehend die Passwörter zu ändern. Firmensprecherin Amanda Miller betonte aber, es gebe keine Anzeichen dafür, dass die Hacker den Code für die Passwörter geknackt hätten. Wieviele Ebay-Kunden in Österreich und Deutschland betroffen sind, ist noch unklar. "Dies ist eine laufende Untersuchung und wir können derzeit keine Angaben zur Anzahl der betroffenen Konten in einzelnen Märkten machen", sagte ein Sprecher der deutschen Tochter.

Immer mehr Angriffe
Die Ausspäh-Aktionen häufen sich. Beim US-Einzelhändler Target hatten Hacker im Dezember Kreditkarten-Informationen von rund 40 Millionen Kunden kopiert. Als größter Hacker-Angriff gilt ein Daten-Diebstahl beim Software-Hersteller Adobe Systems im Oktober 2013. Dort hatten die Angreifer Zugriff auf rund 152 Millionen Nutzerdaten. Im vergangenen Monat forderte AOL nach einer Cyberattacke Millionen von Nutzern auf, die Passwörter zu ändern. eBay selbst war zuletzt im Februar Zielscheibe eines anderen Angriffs. Damals veränderte die Hacker-Gruppe Syrian Electronic Army Webseiten.

Der deutsche Bundesjustizminister Heiko Maas sagte, Ebay sei in der Pflicht, mehr zum Schutz der persönlichen Daten von Kunden zu tun. "Offenbar sind zum wiederholten Mal innerhalb weniger Monate Nutzerdaten abgefischt worden. Das zeigt, wie wichtig das Thema Datensicherheit ist", so der SPD-Politiker. Verbraucher hätten ein Anrecht darauf, dass ihre Daten im Internet so sicher wie möglich seien.