Das Buch "No Place to Hide", das Daten des Enthüllers und ehemaligen NSA-Mitarbeiter Edward Snowden enthält, berichtet über dessen Flucht aus den USA und leuchtet das Innenleben der NSA weiter aus. Für seine Artikel über die Arbeit des Geheimdienstes hat Greenwald den renommierten Pulitzer-Preis erhalten.

Österreich und die "fallweise" Zusammenarbeit mit der NSA
Über die Rolle Österreichs in der Arbeit des Geheimdienstes gab es in den vergangenen Monaten mehrfach Berichte. So melde die "Presse" im Sommer des Vorjahres einen angeblichen Lauschposten des Heeres-Nachrichtendienstes (HNA) in Hainburg, der von der NSA finanziert werde. Der Sender FM4 berichtete gegen Jahresende 2013 online über den angeblichen Status Österreichs als NSA-Partner der Stufe 2. Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) hatte zuvor eingeräumt, dass es "fallweise" Zusammenarbeit mit der NSA gebe.

In den Dokumenten Greenwalds werden indes auch Lauschaktionen gegen UNO-Diplomaten in New York dargestellt. So habe die damalige US-Botschafterin Susan Rice, nun die Nationale Sicherheitsberaterin von Präsident Barack Obama, im Jahr 2010 bei der NSA Dossiers über Delegationen anderer Länder vor einer wichtigen Abstimmung zu Sanktionen gegen den Iran im Weltsicherheitsrat angefordert. Die NSA schleuste sich daraufhin laut dem Bericht über verschiedene Wege in die vertrauliche Kommunikation der Diplomaten ein und dürfte über deren mögliches Abstimmungsverhalten Bericht erstattet haben. Zu der Zeit war auch Österreich als nicht-ständiges Mitglied im UNO-Sicherheitsrat vertreten.

Ein Jahr brisanter Snowden-Enthüllungen - eine Chronologie
Als vor einem Jahr erste Berichte über das Ausmaß der Überwachung durch die National Security Agency (NSA) aufkamen, ahnte vielleicht nur Informant Edward Snowden, dass dies erst die Spitze des Eisbergs war. Eine Auswahl der wichtigsten Enthüllungen:

6. Juni: Die britische Zeitung "Guardian" enthüllt ein geheimes US-Gerichtsurteil, das der NSA Zugriff auf Daten zu Millionen Telefonanrufen beim amerikanischen Telekom-Riesen Verizon verschafft.

7. Juni: Mit der zweiten Artikel-Welle erfährt die Öffentlichkeit von dem Programm PRISM, das dazu diene, in großem Stil Daten aus dem Internet abzuschöpfen.

21. Juni: Neue Berichte bringen den britischen NSA-Gegenpart GHCQ auf die Bühne. Er soll mit seinem gigantischen Programm Tempora Daten direkt aus transatlantischen Glasfaser-Kabeln abgreifen.

30. Juni: Der "Spiegel" berichtet, die NSA überwache in Deutschland Datensätze zu rund 500 Millionen Anrufen, E-Mails und SMS.