Berlin. Die Anwältin der Ex-NSA-Mitarbeiter William Binney und Thomas Drake, Jesselyn Radack, sieht die Informanten von den US-Behörden bedroht. "Wir wissen von diesen invasiven und nichteffizienten Massenabhöraktionen durch die Whistleblower", sagte Radack am Donnerstagabend vor dem NSA-Untersuchungsausschuss des deutschen Bundestags in Berlin.

Die Öffentlichkeit wüsste sonst nicht, dass die NSA die Privatsphäre von Hunderten Millionen Menschen verletze. Binney und Drake seien durch die US-Behörden verfolgt und bedroht worden. Auch die für den späteren Abend erwartete Aussage Drakes vor dem Ausschuss sei für diesen riskant.

Binney, ehemaliger Technikchef des US-Geheimdienstes NSA, hatte in einer Befragung über Stunden erläutert, dass die NSA die Kommunikationsdaten aller weltweit erfassen könne. Der Geheimdienst speichere die Daten in riesigen Hallen auf Dauer. Niemand in Deutschland sei davor geschützt. Das Ziel sei die Kontrolle der Bürger. Die Ausschussmitglieder zeigten sich tief besorgt über das Ausmaß der Datenspionage.