Chicago. Die US-Baumarktkette Home Depot ist Opfer eines großangelegten Hackerangriffs geworden. Die Sicherheitsvorkehrungen der Zahlungssysteme seien geknackt worden, teilte der weltweite Branchenprimus am Montagabend mit. Betroffen seien Kunden in den USA und Kanada. Eine Zahl nannte das Unternehmen zunächst nicht. Es gebe auch keine Hinweise dafür, dass auch Daten von Online-Kunden entwendet wurden. Der Sicherheitswebseite KrebsOnSecurity könnte der Hackerangriff noch größere Ausmaße haben als der riesige Datendiebstahl beim amerikanischen Einzelhändler Target vor knapp einem Jahr. Damals waren der Kaufhauskette zu Beginn des Weihnachtsgeschäfts mindestens 40 Millionen Zahlungskarten-Nummern sowie 70 Millionen andere Kundendaten gestohlen worden.

Bekannter Virus war erneut genutzt worden
In der Folge erlitt der Wal-Mart -Rivale einen Gewinneinbruch, weil viele verunsicherte Kunden dem Unternehmen den Rücken kehrten. Ein halbes Jahr später musste Target-Chef Gregg Steinhafel seinen Posten räumen. KrebsOnSecurity hatte bereits vor einer Woche davon berichtet, dass mehrere Banken Hinweise auf einen Diebstahl von Kreditkarteninformationen bei Home Depot nachgingen. Brian Krebs, der die Sicherheitswebseite betreibt, erklärte, es sei die gleiche Variante eines Computer-Virus' eingesetzt worden wie bei Target. Zu dem Angriff sei es möglicherweise bereits im April gekommen.

Die größte Hacker-Attacke
Als größter Cyber-Angriff gilt ein Daten-Diebstahl beim Software-Hersteller Adobe Systems im Oktober 2013. Dort hatten Hacker Zugriff auf rund 152 Millionen Nutzerdaten. Erst vor wenigen Monaten wurden beim Online-Händler Ebay 145 Millionen Datensätze ausgespäht.