Cupertino/Mountain View. Wie kann man seine Nutzerinnen weiterhin für Werbezwecke nutzen, nicht aber in Spionageverdacht kommen? Wie schafft man den Spagat zwischen der angeordneten Datenweitergabe ohne damit die Privatsphäre der Nutzerinnen einzuschränken? Diese Fragen dürften Apple, Google und CO. beschäftigen und nun auch schon zu einer ersten Lösung geführt haben. Nach dem Motto "man kann nicht weitergeben, was man gar nicht hat", wollen die US-Konzerne selbst keine Kundenpasswörter mehr speichern.

Sicherheitsmaßnahmen
Angesichts der Sorge der Nutzerinnen vor der Überwachung durch die Geheimdienste verstärken die US-Technologiekonzerne Google und Apple die Sicherheitsmaßnahmen für ihre mobilen Geräte. Apple kündigte am Donnerstag an, dass das Unternehmen künftig keinen Zugang mehr zu den Passwörtern der Nutzer seiner Geräte iPhone und iPad habe, die mit der neuen Version des Betriebssystems iOS 8 laufen.

Damit solle verhindert werden, dass Apple Geheimdiensten die persönlichen Daten seiner Kunden liefern könne. Das iOS 8 wird automatisch auf dem iPhone 6 installiert sein, das am Freitag in den Verkauf kommt. Apple erklärte am Donnerstag, auf Geräten mit iOS 8 würden persönliche Daten wie Fotos, Mitteilungen samt deren Anhängen, Kontakte, Notizen und die Daten von Anrufen durch den persönlichen Code geschützt sein. Da Apple im Gegensatz zu seinen Konkurrenten diesen Code nicht knacken könne, sei es auch nicht in der Lage, den Anfragen von Regierungen zur Auslieferung persönlicher Daten nachzukommen.

Google erklärte kurz darauf, sein Betriebssystem Android garantiere seit langem einen derartigen Schutz. In der neuen Version werde dieser Schutz aber automatisch aktiviert sein, so dass der Nutzer nicht mehr selbst daran denken müsse. Der Konzern teilte nicht mit, wann die neue Android-Version erscheinen soll. Ein Google-Sprecher betonte, bereits seit drei Jahren biete Android eine Codierung, bei der das Passwort allein auf dem jeweiligen Gerät gespeichert sei, damit es nicht für Behörden zugänglich sei.