"Reine Kosmetik"
Niko Alm, NEOS-Sprecher für Netzpolitik, äußerte sich dazu, wie schon zu dem entsprechenden Urteil des Obersten Gerichtshofes, sehr kritisch: "Wieder einmal wird an dieser Stelle nur Kosmetik betrieben. Die Sperrung dieser beiden Streamingportale kann das Problem illegal im Internet angebotener Inhalte nicht lösen, nur kaschieren und verschieben. Durch solche Verfügungen wird unnötig Energie in die Errichtung einer Blockade-Infrastruktur gesteckt und damit die Möglichkeit geschaffen, andere vielleicht legale, aber unwillkommene Inhalte zu sperren."

Um das Problem zu bekämpfen schlägt Alm andere Lösungen vor: "Das Problem wird sich in Zukunft nur dadurch reduzieren lassen, dass immer mehr legale Angebote geschaffen werden. Der Start von Netflix in Österreich zeigt eine erfreuliche Entwicklung. Wenn auf solchen Portalen der unkomplizierte Zugang zu urheberrechtlich geschützen Werken mit einfachen Zahlungsmodalitäten, einem breit gefächertes Angebot, hoher Streamingqualität und einem fairen Preis gegeben ist, werden illegale Anbieter von selbst den Zulauf verlieren. Den Ausbau solcher Portale sollten daher insbesondere die Urheberrechtsvertreter verstärkt unterstützen."

Auch die EU sieht Alm in der Pflicht: "Wir müssen zusammen mit den Mitgliedsstaaten endlich bessere Rahmenbedingungen für Contentanbieter schaffen und die unterschiedlichen Rechtslagen in diesem Bereich harmonisieren. Eine einheitliche Lizenzierung, wie sie schon in der Richtlinie über die Online-Nutzung von Musikwerken geplant ist, trägt maßgeblich zur Förderung legaler Angebote bei. Eine ähnliche Regelung brauchen wir nun auch für die Filmrechte."