Menlo Park. Facebook wird nach eigenen Angaben immer häufiger von Behörden weltweit zur Herausgabe von Nutzer-Informationen aufgefordert. In der ersten Hälfte 2014 sei die Zahl der Anfragen von Regierungen um etwa ein Viertel im Vergleich zum vorherigen Halbjahr gestiegen, teilte Facebook am Dienstag mit. Insgesamt seien knapp 35.000 Anträge eingegangen.

Zuletzt hatte auch Google mitgeteilt, dass Regierungsstellen verstärkt die Freigabe von Kunden-Daten verlangten. Die Praxis der Behörden ist international in die Kritik geraten, nachdem der ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden im vergangenen Jahr amerikanische Ausspähprogramme enthüllt hatte.

Österreichische Ermittler fragten 63 Mal an
Die österreichischen Behörden haben zwischen Jänner und Juni 2014 63 Anfragen zu 84 Nutzern an Facebook gerichtet. Dies erklärte Karl-Heinz Grundböck, der Sprecher des Innenministeriums, am Mittwoch im Ö1-Mittagsjournal. Das Internet werde für die Sicherheitsbehörden immer wichtiger, um verbotene Aktivitäten zu recherchieren.

"Facebook ist die Plattform, die relevant ist" um bei der "Aufklärung von jihadistischen Aktivitäten" zu helfen, so Grundböck. Doch nicht nur für jihadistische Organisationen wie den "Islamischen Staat" (IS) sei Facebook ein wichtiges Propaganda-Werkzeug. Auch bei der Aufklärung von nationalsozialistischer Wiederbetätigung würden die Behörden den Kontakt zu Facebook suchen. Laut Facebook wurden im ersten Halbjahr 2014 insgesamt 15 Seiten wegen Leugnung des Holocaust nur eingeschränkt gezeigt.