Der Konflikt zwischen dem Westen und Nordkorea wird auch im UN-Sicherheitsrat ausgetragen. Gegen den Widerstand von Russland und China wurde in dem Gremium über mutmaßliche Menschenrechtsverletzungen des Staates gesprochen. Hintergrund ist ein UN-Bericht, wonach in Nordkorea systematisch gefoltert wird, politische Morde üblich sind und Gefangenenlager ähnlich den Konzentrationslagern der Nazis unterhalten werden. Mehrere UN-Mitglieder hatten den Sicherheitsrat aufgefordert, den Fall vor den Internationalen Strafgerichtshof zu bringen.

Nordkoreas Internet: Ein leichtes Ziel für Hacker
Die Hintergründe für den stundenlangen Ausfall des Internets in Nordkorea sind bislang nicht geklärt. Sofort machte aber die Vermutung die Runde, ein Cyber-Angriff von außen sei die Ursache gewesen. Hauptverdächtiger waren zunächst die USA, nachdem Präsident Barack Obama Nordkorea für den Hacker-Angriff auf das Hollywood-Studio Sony Pictures verantwortlich gemacht und Konsequenzen angekündigt hatte.

Tatsächlich wäre es für Computer-Experten keine große Kunst, das technisch rückständige Netz Nordkoreas lahmzulegen. In jedem Fall aber dürften sich die Folgen in Grenzen gehalten haben. Denn in kaum einem Land ist das Internet weniger verbreitet als in dem nahezu vollständig abgeschotteten kommunistischen Staat.

Gerade einmal etwa 1000 Internet-Adressen sind in Nordkorea vergeben, wo immerhin 24 Millionen Menschen leben. Es gibt nur einen Provider und - abgesehen von möglicherweise ein paar Satelliten-Knüpfpunkten - nur eine Verbindung in die Außenwelt, und zwar über China. Im Vergleich zu anderen ähnlich verarmten Staaten mit entsprechender Bevölkerungszahl, etwa Afghanistan, ist das de facto vernachlässigbar. Nordkorea ist "eines der am wenigsten angeschlossenen Länder der Welt", sagt Matthew Prince, Chef des US-Dienstleisters CloudFlare, der sich unter anderem auf den Schutz von Webseiten vor Internetangriffen spezialisiert hat.

Nordkoreas Netz zählt auch zu den am leichtesten verwundbaren, sagt Jim Cowie. Er ist Chefwissenschaftler bei der US-Firma Dyn, wo Verbindungsdaten ausgewertet werden. Das Netzwerk sei traditionell anfällig und "provinziell". Wieviel Verkehr es aushält, bevor es zusammenbricht, ist nicht bekannt. Aber Prince schätzt, dass es maximal zehn Gigabyte pro Sekunde sein dürften. Das ist nichts für jemanden, der den Dienst gezielt blockieren will, indem er Webseiten in Nordkorea mit einer Flut von Internet-Anfragen überschüttet, bis diese und letztendlich das gesamte Netzwerk sie nicht mehr verarbeiten können und aufgeben.

Heutzutage werden bei solchen DDoS-Attacken schnell mal Hunderte Gigabytes pro Sekunde abgefeuert, meist in Form von völlig sinnlosem Traffic. Erst vergangene Woche etwa bekannte sich ein 17-jähriger Londoner schuldig, hinter einer DDoS-Attacke auf eine Antispam-Organisation zu stecken. Die Datenflut-Stärke betrug dabei zeitweise 300 Gigabyte pro Sekunde.