AUCH ANDERE URSACHEN FÜR AUSFALL DENKBAR

Allerdings spricht im Falle Nordkoreas auch einiges gegen einen Hacker-Angriff. CloudFlares Chef Prince verweist etwa auf die Tatsache, dass das Netz nach nur einigen Stunden wieder funktionierte. Das sei zumindest für Cyber-Attacken, die von staatlichen Stellen im Ausland ausgingen, untypisch.

US-Regierungsvertreter haben Vorwürfe umgehend zurückgewiesen, die Vereinigten Saaten könnten hinter dem Ausfall in Nordkorea stecken. Auch China erklärte, nichts mit dem Zusammenbruch zu tun zu haben. Nordkoreas Verbindung nach Außen läuft über das Netzwerk des staatlichen chinesische Telekommunikationsunternehmens China Unicom.

Denkbar ist aber laut Prince auch, dass die Regierung in Pjöngjang das Internet selbst abschaltete - etwa, um ihre Bevölkerung vor Berichten über die Auseinandersetzung um den von Nordkorea scharf kritisierten Film "The Interview" abzuschotten.

Letztendlich könnte es auch schlichtweg ein technisches Problem gewesen sein. Etwa der Ausfall einer Hardware, wie einem Router.

Nur halbherziges Dementi der USA zu Cyber-Attacke auf Nordkorea
Nach dem stundenlangen Ausfall der Internetverbindung Nordkoreas zur Außenwelt haben die USA die Beteiligung an einer möglichen Cyber-Attacke nur halbherzig dementiert. "Ich denke, Unfälle passieren schon einmal", sagte ein Angehöriger der US-Regierung der "New York Times".

  US-Außenministeriumssprecherin Marie Harf betonte laut dem Blatt, man werde "Details einer möglichen Reaktions-Möglichkeit" nicht öffentlich besprechen. Es würden jedoch bei Antworten der USA auf die Cyber-Attacke auf Sony in der Vorwoche "manche sichtbar sein, manche vielleicht nicht". Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters hatten zuvor mehrere US-Regierungsvertreter erklärt, die USA haben keine Cyber-Attacken gegen Nordkorea vorgenommen.