Hamburg. Das Sicherheitsleck beim deutschen Zahlungsanbieter Novalnet, das bei Hunderten Online-Shops gespeicherte Kundendaten für jedermann zugänglich gemacht hat, dürfte auch österreichische Verbraucher betroffen haben. Das erklärte Dirk Kuchel, stellvertretender Chefredakteur von "Computer Bild", am Samstag im Gespräch mit der APA. Die Fachzeitschrift hatte die "Datenpanne" publik gemacht.

Wie Kuchel erklärte, dürften insgesamt 700 bis 800 vorwiegend kleinere Web-Shops zum Handkuss gekommen sein, die den Zahlungsverkehr über den süddeutschen Payment Service-Provider abwickelten. Anhand der Web-Adressen der betroffenen Unternehmen sei davon auszugehen, "dass zumindest 20 bis 25 dieser Shops ihren Sitz in Österreich haben", sagte Kuchel.

"Kommandozentrale" des Anbieters ungesichert

Vom kleinen Weinhandel über Kosmetik-Spezialisten bis hin zu Erotik-Webseiten waren branchenübergreifend Online-Händler betroffen. Ohne großen Aufwand war es möglich, in die "Kommandozentrale" von Novalnet vorzudringen, die offenbar weitgehend ungesichert zugänglich war. Um an die Daten zu gelangen, war laut "Computer Bild" keine Passwortabfrage nötig. Die Anzahl der direkt betroffenen Konsumenten und wie viele davon aus Österreich kamen, ist derzeit unklar. Zu den Opfern der "Datenpanne" zählten jedenfalls der Rockmusiker Udo Lindenberg, Volksmusik-Star Stefanie Hertel und die deutsche Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD).

Auch für Nicht-Prominente hätte es durchaus unangenehm werden können, wenn Dritte Einblick in ihre Daten bekommen hätten: Zwar waren die bestellten Waren nicht zu sehen, laut "Computer Bild" erlaubten die Transaktionen unautorisierten Betrachtern aber durchaus Rückschlüsse. So etwa, wenn jemand bei einem Kontaktportal bezahlt hatte. Das Sicherheitsleck ist mittlerweile geschlossen. Trotz wiederholter Versuche war es der APA am Samstag nicht möglich, mit dem Zahlungsanbieter in Kontakt zu treten.