Wien. Wie schmal der Grat zwischen nützlich und gefährlich sein kann, zeigen die Entwicklungen und Erkenntnisse der letzten Wochen in Bezug auf die Vernetzung intelligenter Haushaltsgeräte.

Auf der einen Seite stehen deutliche Vereinfachungen und Verbesserungen, die sich aus der Anbindung von Elektrogeräten an das Internet beziehungsweise aus der Kommunikation der Endgeräte untereinander ergeben. Auf der anderen Seite wächst das Risiko, dass Fernseher, Waschmaschine oder Kühlschrank zur Datenkrake und zum Spionagetool in den eigenen vier Wänden missbraucht werden können.

In einem aktuellen Fall wurde nun bekannt, dass der Computerkonzern Lenovo ein besonders aggressives Programm auf einigen seiner Rechner vorinstalliert. Die Software namens Superfish zeigt zusätzliche Werbung beim Internetsurfen an. Doch das ist Berichten zufolge nicht alles: Die Software schaltet sich demnach auch zwischen sichere Verbindungen ein und kann so etwa beim Online-Banking mitlesen.

Fernseher kann private Gespräche mithören
Eine Warnung des koreanischen Elektronikkonzerns Samsung sorgte vor einiger Zeit für heftige Diskussionen. Das Unternehmen riet Besitzern seiner Smart-Fernseher, vorsichtig bei privaten Gesprächen im eigenen Wohnzimmer zu sein. Wenn die Bedienung per Sprache eingeschaltet sei, hörten die Geräte allem zu, was in dem Raum geschieht. Diese Daten werden an Drittanbieter übertragen, wie Samsung in den Nutzungsbedingungen schreibt.

Besitzer der Smart-TVs sollten sich dessen bewusst sein, wenn sie "persönliche oder sensible Informationen" aussprechen. Sie können die Spracherkennung abschalten und das Gerät regulär mit der Fernbedienung steuern.

Anwender müssen Dienste aktivieren
Der Elektronikkonzern erklärte, man nehme die Privatsphäre der Kunden sehr ernst. Die Daten würden verschlüsselt übertragen, um sie gegen Fremde zu schützen. An welche Drittanbieter die Daten übermittelt werden, teilte Samsung nicht mit.

Wenig später ruderte Samsung jedoch zurück und teilte mit, dass Nutzer die entsprechenden Dienste erst per Knopfdruck auf der Fernbedienung aktivieren müssten, nur so könne etwa eine Suchanfrage über Sprachbefehl gestartet und erst dann würden Tonaufnahmen an Drittanbieter übermittelt. Mittlerweile haben US-Experten jedioch vermeldet, dass - entgegen der Ankündigungen des Konzerns - die Daten doch nicht verschlüsselt übertragen würden.