Die Nutzungsbedingungen
Ausdrücklich nur für diesen Fall sei die Warnung in den Nutzungsbedingungen gedacht, dass dabei auch eventuelle vertrauliche Gespräche übertragen werden könnten. Der allgemein formulierte Satz in den Nutzungsbedingungen ließ die Interpretation zu, das die Fernseher ständig Mitschnitte aus dem Raum übertragen könnten. Das sei nicht der Fall, versicherte der Samsung-Sprecher.

Eine weitere Funktion, bei der per Sprachsteuerung etwa die Lautstärke oder der Kanal geändert werden können, arbeite grundsätzlich ohne Internet-Verbindung. Der Fernseher reagiert dabei an bestimmte Code-Wörter wie "Hi, TV" oder "Smart-TV". Um sie aus dem Sprachfluss herauszuhören, muss er zwar permanent zuhören. Aber die Sprachinformationen würden dabei ausschließlich im Gerät selbst verarbeitet, betonte der Samsung-Sprecher. 99 Prozent der Zeit sei der Fernseher also inaktiv und höre demnach seinen Besitzern nicht zu und spioniere sie auch nicht aus.

Die Spitze des Eisberges
Jedoch scheinen die Entwicklungen bei den intelligenten "Smart-TVs" nur die Spitze des Eisberges zu sein. Alle Endgeräte, die über Internetanbindung und Festplatten verfügen, sind potenzielle Gefahrenherde für Privatsphäre und Datenschutz. Dieser Tatsache müssen alle Anwender eingedenk sein. Vom Smartphone bis zum intelligenten WC-Sitz, jedes Endgerät kann missbraucht werden. Einzig sichere Lösung: keine Verbindung mit dem Internet, dann müsste man sich als Kunde aber gar keine teuren intelligenten Geräte anschaffen.

Auch ist das Problem in Wahrheit gar kein neues, es wurde "nur" um die Komponente erweitert - nämlich, dass auch nicht berechtigte Dritte eventuell Zugriff auf die Endgeräte haben können. So soll es  Geheimdiensten möglich gewesen sein, Festplatten mit Schadsoftware ab Werk zu verseuchen, so dass die Daten der Kunden ausgelesen und weiterverarbeitet werden konnten.

Angriffsszenarien für die Manipulation von Datenträgern
Mögliche Angriffsszenarien umfassen die unbemerkte Manipulation der Datenträger direkt ab Werk, während des Transportweges durch Abfangen der Ware oder auch mit Hilfe von Sicherheitslücken im Betriebssystem. Die Festplatte muss dazu nur kurz mit einem PC verbunden werden, um die Schadsoftware zu installieren. Nach Aktivierung bei der Zielperson manipuliert der Trojaner Daten bei Lesevorgängen und kann somit weitere Schadsoftware direkt im Betriebssystem installieren.

Schadsoftware nicht aufzudecken und kein Schutz möglich
"Unsere Datenrettungs-Ingenieure manipulieren jeden Tag die Firmware von dutzenden Festplatten", berichtet Nicolas Ehrschwendner, Geschäftsführer der Attingo Datenrettung. Bei einer Firmware handelt es sich um die Betriebsprogramme von Hardwarekomponenten, unter anderem von Festplatten. Sehr oft liegen die Ursachen bei Datenverlust neben defekten Schreib-/Leseköpfen oder Oberflächenschäden bei den Magnetscheiben auch in der Festplatten-Software.