Wien/Washington/London. Das Innenministerium prüft derzeit einen Bericht des Portals "The Intercept", wonach sich die Geheimdienste NSA und GCHQ Zugriff auf SIM-Karten des Anbieters Gemalto verschafft haben, der weltweit für alle großen Telekommunikationsunternehmen tätig ist. "Die Information ist neu und zu überprüfen und zu bewerten", sagte Ministeriumssprecher Karl-Heinz Grundböck auf APA-Anfrage.

Auch die heimischen Mobilfunker T-Mobile Österreich und "3" verwenden SIM-Karten von Gemalto. Bei T-Mobile Österreich beziffert man den Gemalto-Anteil an allen verwendeten SIM-Karten auf einen einstelligen Prozentsatz. Auch "3" verwendet nach eigenen Angaben "für einen Teil" seiner Kunden SIM-Karten von Gemalto. A1 wollte die Medienberichte zunächst nicht näher kommentieren: : "Wir bitten um Verständnis, dass wir unsere Lieferanten nicht bekannt geben können", hieß es.


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The Intercept
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Grundböck unterstrich zudem einmal mehr, dass es "keine Kommunikation zwischen dem Innenministerium und dem militärischen Geheimdienst NSA" gebe.

Wie die Wiener Zeitung berichtete, stahl der US-Abhördienst NSA und sein britisches Pendant GCHQ (Government Communications Headquarters) neuesten Snowden-Enthüllung in großem Stil Verschlüsselungscodes für Handy-SIM-Karten. Laut dem NSA-Dokument aus dem Jahr 2010 sei der Kartenhersteller Gemalto ins Visier genommen worden.