The Pirate Bay, auch TPB, ein BitTorrent-Indizierer, der von 2010 bis Ende 2014 von der schwedischen Piratenpartei angeboten wurde. - © Screenshot
The Pirate Bay, auch TPB, ein BitTorrent-Indizierer, der von 2010 bis Ende 2014 von der schwedischen Piratenpartei angeboten wurde. - © Screenshot

Berlin. Zwölf Jahre nach Gründung der schwedischen Internet-Plattform für "Pirate Bay" hat ihr Mitbegründer Peter Sunde seinen Kampf gegen die Musik- und Filmindustrie und die Urheber für gescheitert erklärt. "Die Sache ist verloren", sagte Sunde auf der Internet-Konferenz Re:publica. Im Unterschied zum Klimawandel seien die Auswirkungen von Überwachung kaum spürbar.

"Überwachung ist ein unsichtbarer Feind. Wir sehen ihn erst, wenn es zu spät ist", so Sunde, der sich frustriert zeigte, dass viele Menschen diese Bedrohung nicht wahrnähmen. Pläne für eine verschlüsselte Messenger-App namens Hemlis verwarfen er und seine Mitstreiter im April. "Es ist ein gescheitertes Projekt, aber wir haben es versucht", sagte Sunde. "Viele Menschen rufen nach Veränderung, aber versuchen nicht selbst, etwas auf die Beine zu stellen." Er wolle jetzt eine Fernsehsendung über Aktivismus machen, kündigte der 36-Jährige an.


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"Waren offensiv und aggressiv"

Sunde verteidigte jedoch das offensive Verhalten der Betreiber gegenüber der Film- und Musikindustrie. "Das war eines der wichtigsten Dinge, die Pirate Bay groß gemacht haben, dass wir offensiv und aggressiv waren", sagte er.

Die Tauschplattform Pirate Bay war dafür bekannt, die Abmahnungen von Rechte-Inhabern mit frechen Bemerkungen zu beantworten. Die Briefwechsel veröffentlichten die Macher teilweise im Internet. Mittlerweile wurden die drei Gründer sowie der Hauptgeldgeber zu monatelangen Haftstrafen verurteilt.

Mit der Internet-Tauschbörse boten sie Nutzern nach geltendem Recht eine Plattform für das illegale Herunterladen von Musik, Filmen und Spielen. Sunde selbst saß ein halbes Jahr im Gefängnis. Es sei seltsam gewesen, sagte er auf der Re:publica. "Die Leute haben mich Jesus genannt, weil ich für ihre Sünden eingesessen habe."

Diese Stilisierung ist für Komponisten, Filmemacher, Autoren und andere Urheber nicht nachvollziehbar. Bela B. von den Ärzten fasste vor drei Jahren in einem Interview zusammen, was viele Musiker von illegalen Downloads halten: "Geiz ist einfach nicht geil. Das muss einmal klar gesagt werden!"