Berlin. Als Reaktion auf den verheerenden Hackerangriff gegen das IT-Netz des Bundestags stehen Mitarbeitern und Abgeordneten künftig mehr als 100.000 Webseiten nicht mehr zur Verfügung. Der Internetverkehr werde am Wochenende vollständig über das Netz der obersten Bundesbehörden (IVBB) geschaltet, teilte die Unions-Fraktion am Freitag in Berlin mit. Dort existiere ein weitaus besserer Filter, so dass der Zugang zu mehr als 100.000 Internetseiten gesperrt werde. Damit soll verhindert werden, dass sich weitere Computer infizieren.

Die Filterung sei eine der ersten Maßnahmen und als vorläufige Abwehrmaßnahme sehr effektiv gewesen, sagte der Parlamentarische Unions-Geschäftsführer, Bernhard Kaster. Für die Zukunft würden Regeln für mehr IT-Sicherheit benötigt. Aus Fraktionssicht gehöre dazu die Filterung gefährlicher Server.

Eine "sinnvolle Maßnahme"

Der CDU-Netzpolitiker Thomas Jarzombek sagte der Nachrichtenagentur Reuters, es handele sich um eine "sinnvolle Maßname". Der netzpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Lars Klingbeil, sagte dagegen dem "Spiegel": "Es ist mit dem freien Mandat unvereinbar, dass eine Regierungsbehörde entscheidet, auf welche Informationen Abgeordnete zugreifen dürfen, und diese Kommunikation zudem protokolliert." Notwendig sei stattdessen ein eigenes Hochsicherheitsnetz des Bundestags.

Das IT-Netz ist sei Wochen Ziel von Hackern. Das System muss deswegen umfangreich erneuert werden. Auf einen Zuschlag hofft die Telekom-IT-Tochter T-Systems.