Zurück zur Prioritätenliste und zu "Eikonal": Neben Österreich finden sich zahlreiche weitere europäische Länder auf der vermeintlichen BND-Liste, die auch der "Wiener Zeitung" vorliegt: Luxemburg, Italien, Rumänien, Polen . . . Allein in den Niederlanden sollen 78 Auslandsleitungen angezapft worden sein. Explizit ausgenommen sind Estland, Litauen, Malta und Großbritannien. Letzteres gehört übrigens zu der sogenannten "Five Eyes Alliance", ein Verbund der Nachrichtendienste der USA, Kanada, Australien, Neuseeland und eben Großbritannien.

Auch wenn "Eikonal" 2008 ausgelaufen ist, glaubt Pilz, "dass heute in Österreich alle Handy-Gespräche überwacht werden". Er fordert abermals Aufklärung und scharfe Worte von Außenminister Sebastian Kurz in Richtung Deutschland und den USA. Zudem müssten der CIA-Vertreter in der US-Botschaft in Wien ausgewiesen und die Verfahren in der Causa beschleunigt werden.

Die geforderte Aufklärung wird es aber vermutlich nicht geben. Denn die Nachrichtendienste halten sich in der Causa gewohnt bedeckt. Im Dunklen liegt hier übrigens die Rolle des Heeresnachrichtendienstes, der österreichischen NSA quasi, der dem Verteidigungsministerium unterstellt ist. Die NSA, der britische GCHQ und andere Nachrichtendienste arbeiten auf Basis eines Nichtregierungsvertrags mit dem heimischen Nachrichtendienst zusammen. Über Details zu dieser Zusammenarbeit schweigt Verteidigungsminister Gerald Klug. Anfragen zum Thema werden seitens des Ministeriums immer wieder mit Verweis auf "die nationale Sicherheit" abgewimmelt.