Www. Gleich zwei große Überraschungen gab es am Dienstag für die Twitter-Community. Zum einen meldete sich Whistleblower Edward Snowden mit seinem ersten Tweet (siehe Bild) zu Wort, zum anderen soll die Zukunft des Micro-Blogging-Dienstes jenseits der 140-Zeichen-Begrenzung liegen.

Laut Informationen der Webseite "Re/code" soll Twitter an einem neuen Produkt arbeiten, das es den NutzerInnen ermöglichen soll, Nachrichten mit mehr als 140 Zeichen zu schreiben. So sollen etwa Links oder User Handles von der Zeichenzahl ausgenommen werden.


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Langsames Wachstum

Die Ankündigung kommt zu einer Zeit, in der Twitter mit schwachem Wachstum zu kämpfen hat. Die UserInnenzahlen steigen derzeit nur sehr schwach an. Durch diesen Schritt soll Twitter in stärkere Konkurrenz zu Facebook gehen. Bislang gab es von Seiten Twitters noch keine Erklärung zu den Gerüchten.

Snowden twittert

Der US-Whistleblower Edward Snowden hat sich erstmals offiziell beim Kurznachrichtendienst Twitter geäußert und binnen einer Stunde mehr als 200.000 Follower angezogen. "Könnt Ihr mich jetzt hören", schrieb der 32-Jährige am Dienstag als ersten Tweet unter dem Account @Snowden, der mit einem blauen Haken für verifizierte Nutzer versehen ist.

  Wie das Enthüllungsportal "The Intercept" schrieb, hatte sich jemand den Account reserviert, aber drei Jahre lang nicht genutzt. Daher sei das Unternehmen kontaktiert worden, und Twitter habe zugestimmt, den Account Edward Snowden zu geben. Das Portal berichtete unter Berufung auf dessen Anwalt Ben Wizner, der frühere Mitarbeiter des US-Geheimdienstes NSA werde selbst twittern.

  Snowden hatte streng geheime Dokumente öffentlich gemacht, die die Abhörskandale um die NSA ins Rollen brachten. Dafür droht dem US-Bürger in seiner Heimat eine lebenslange Haftstrafe; er wird wegen Geheimnisverrats per Haftbefehl gesucht. 2013 gewährte Russland Snowden politisches Asyl, er hält sich an einem geheimen Ort auf.

  Bis zum frühen Dienstagabend folgte der Account @Snowden genau einem anderen Konto, dem der NSA. Laut "The Intercept" folgte der Geheimdienst ihm aber nicht zurück - zumindest nicht offiziell.