Auch die neue "Apple Watch" sei ein Beispiel dafür: Die Computeruhr könne das Verhalten ihres Trägers analysieren und ihn etwa zu mehr Sport auffordern. Wenn diese Daten zur Krankenversicherung und zum Arbeitgeber kämen, drohten Folgen wie eine teurere Krankenversicherung und eine Kündigung wegen gesundheitlicher Risiken. Wichtig sei nicht, wieviel Daten gesammelt würden, sondern man müsse politisch entscheiden, wer wann was mit diesen Daten machen könne, so Liessmann.

Großen Respekt äußerte Liessmann gegenüber Max Schrems, dessen Datenschutzklage gegen Facebook das transatlantische Abkommen "Safe Harbor" gekippt hat. "Kein Konzern, keine Bürgerinitiative, sondern ein einzelner Mensch hat diesen Kampf aufgenommen". Kritik übte der Philosoph an der Haltung der EU im NSA-Skandal. "Heute sagt man, na ja, da kann man halt nichts machen gegen die Amerikaner - im 19. Jahrhundert wäre ein solcher Umgang mit sensiblen Daten eine Kriegserklärung."