Wien. Kundendaten der Wiener Linien wurden gestohlen und im Internet veröffentlicht: Nach derzeitigen Schätzungen sind rund 20.000 Nutzer betroffen, wie ein Sprecher der Wiener Linien mitteilte. Es handle sich dabei nicht um Zahlungsdaten und Passwörter, sondern um Angaben wie Namen, Adresse, Telefonnummer oder Geburtsdatum. Alle Kunden wurden per Mail über den Vorfall informiert.

"Nach unserem aktuellen Kenntnisstand gehen wir davon aus, dass nur Daten, die erstmals vor 2010 eingegeben wurden, betroffen sind", heißt es in dem Mail, das nicht nur an betroffene, sondern an alle Kunden der Wiener Linien ging. "Das ist nicht angenehm, aber es gibt uns die Chance, uns bei allen zu entschuldigen", sagte der Sprecher. Man bemühe sich, alle Daten, die online kursieren, löschen zu lassen. Er könne jedoch nicht ausschließen, dass noch Datensätze im Internet abrufbar sind.

Allerdings handle es sich nicht um ein Sicherheits- bzw. Datenleck bei den Wiener Linien, sondern um einen kriminellen Akt eines Einzelnen, wie der Sprecher betonte. Ein Techniker jenes Unternehmens, das den Online-Shop der Wiener Linien (und anderer Verkehrsunternehmen) betreibt, habe die Daten gestohlen und veröffentlicht. Derzeit arbeite man "auf Hochtouren" an der Aufklärung, Anzeige wurde bereits erstattet, rechtliche Schritte eingeleitet. Zudem werde ein unabhängiger Sachverständiger den extern angesiedelten Online-Shop und seine Sicherheitsarchitektur noch einmal unter die Lupe nehmen.