Die zur Verfügung stehenden Unterlagen sprechen eine andere Sprache und zeigen deutlich, dass bereits der Vertrag mit mhoch3 ein strategisches Vorgehen enthielt und die Kanzlei LANSKY, GANZGER + partner in die Auftragsabwicklung stark involviert war bzw. die Kampagne auch steuerte. Die gewählte Vorgangsweise, gezielt die Unschuldsvermutung durch anonyme bezahlte Blogger zu unterminieren, ist verwerflich und einer Rechtsanwaltskanzlei besonders anzukreiden. Wenn Dr. Lansky die Postings nicht in Auftrag gegeben haben will, so musste er zumindest Kenntnis von der Gangart haben. Einerseits gab es Leistungsberichte der Agentur. Andererseits lässt das zitierte Besprechungsprotokoll (in welchem klargemacht wurde, dass "Aliyev" mit "Mord" assoziiert werden sollte) keinerlei Zweifel am Ziel der Kampagne zu. Wie bei einem derartigen Kommunikationsziel "selbstverständlich vorausgesetzt wird, dass die Unschuldsvermutung in allen Beiträgen eingehalten wird" (Zitat aus der Stellungnahme der Kanzlei LANSKY, GANZGER + partner) sei dahingestellt.

Der PR-Ethik-Rat rügt daher die Kanzlei LANSKY, GANZGER + partner wegen Beteiligung an der planmäßigen verdeckten Manipulation von Online-Usern zum Zweck der unsachlichen Beeinflussung eines Strafverfahrens zu Lasten eines Beschuldigten."

"Die überzeugende, mit Zitaten angereicherte Darstellung in DATUM lässt keinen Zweifel aufkommen, dass die Zusammenarbeit zwischen der Agentur mhoch3, Dr. Herbert Langsner und LANSKY, GANZGER + partner sehr eng und konzentriert erfolgte. Die Richtigkeit der in DATUM angeführten Zitate aus Besprechungsprotokollen wird von Herbert Langsner gar nicht in Abrede gestellt. Wohl aber will Herbert Langsner lediglich Verfahrensergebnisse an die Öffentlichkeit transportiert haben, um die öffentliche Meinung "geradezurücken". Selbst wenn das der Fall wäre, sind die dazu gewählten Mittel ethisch nicht vertretbar: Die Beschäftigung von Bloggern, die unter dem Schutz einer falschen Identität nicht nur die User über ihren Auftrag täuschen, sondern – mehr noch – die Unschuldsvermutung massiv verletzen, ist auch nicht mit einer allenfalls notwendigen Verteidigungsstrategie zu rechtfertigen. Besonders vorzuwerfen ist, dass den verhetzenden, teilweise rassistischen Postings nicht sofort Einhalt geboten wurde. Sie finden sich teilweise heute noch im Netz. Die Duldung einer derartigen Vorgangsweise ist nach ethischen Kriterien zu verurteilen.

Der PR-Ethik-Rat rügt daher Dr. Herbert Langsner wegen Beteiligung an der planmäßigen verdeckten Manipulation von Online-Usern zum Zweck der unsachlichen Beeinflussung eines Strafverfahrens zu Lasten eines Beschuldigten."