Washington/Cupertino. Für einige Experten ist es nur eine Frage der Zeit bis die US-Behörden den Computerkonzern Apple in die Knie gezwungen haben. Andere sehen im "Kampf" des US-Konzerns gegen das FBI nur einen großen Marketing-Gag, der eben auch ohne Konsequenzen bleiben wird. Und wieder andere, beurteilen die Diskussion als eine der wesentlichsten der letzten Jahre.

Es geht um die Frage, ob Apple mit den US-Behörden kooperieren muss. Seine Smartphones mit einer Hintertüre ausstatten und beim Entschlüsseln von iPhone-Dateien helfen muss. Apple war von einer US-Richterin angewiesen worden, das FBI beim
Entsperren des iPhones von einem Attentäter zu unterstützen. Unter
anderem soll der Konzern per Software-Eingriff die Funktion abschalten,
die alle Daten löscht, wenn zehn Mal das falsche Passwort eingegeben
wurde. Apple entgegnet, eine solche Software überhaupt zu entwickeln,
würde die Sicherheit für alle schwächen.

Der politische Druck steigt

Der politische Druck auf Apple im Streit mit US-Behörden um das Entsperren von iPhones könnte demnächst weiter steigen. Ein Gesetzentwurf des Vorsitzenden des Geheimdienst-Ausschusses des US-Senats, Richard Burr, soll laut einem Zeitungsbericht Strafen für Unternehmen vorsehen, die Gerichts-Anordnungen zum Entschlüsseln von Daten missachten.

Tech-Unternehmen wie Apple erklären, sie könnten verschlüsselte Daten gar nicht herausrücken, weil sie selbst keinen Zugriff darauf hätten. US-Ermittlungsbehörden ist das schon länger ein Dorn im Auge. Ein neues Gesetz zu dem Thema könnte ihre Position stärken. Das "Wall Street Journal" berichtete zugleich in der Nacht auf Freitag weiter, es sei noch unklar, ob Burrs Idee mit den Strafen genug Unterstützung finden werde. Die Pläne des Senators seien noch nicht endgültig ausformuliert, hieß es unter Berufung auf informierte Personen.